2020-07-20 Zeitungsbericht aus der BZ

Basler Zuschauerrekord dank Corona - Golubic mit Favoritensieg

von Simon Leser - bz 20.7.2020 um 05:00 Uhr

Viktorija Golubic und Marco Trungelliti heissen die Gewinner der Internationalen Crossklinik Tennis Open in Basel. Für den Titel müssen sie mehr arbeiten als üblich.

Ausgerechnet während der Siegerehrung auf dem Center Court fliegt ein Hubschrauber über die BLTC-Anlage. Gegen den schallenden Lärm haben die feinen Stimmen der beiden Finalistinnen keine Chance. Schon zuvor sind die Reden im weiten Rund nur mit gespitzten Ohren hörbar. Ein Mikrofon gibt es nicht. Auch Konfettiregen und fetzige Musik, wie dies üblich ist, wenn Roger Federer in der St. Jakobshalle die Trophäe in die Höhe stemmt: Fehlanzeige. Es ist dies jedoch auch nicht die Absicht der Turnierverantwortlichen der Crossklinik Tennis Open. Familiarität, Einfachheit und Unkompliziertheit sind Trumpf.

Noch nie zuvor war das kleine Basler Tennisturnier derart gut besetzt wie in diesem Jahr. Die internationale Tennispause spült nationale und internationale Topspieler ans Rheinknie. Für einen kurzen Moment ist der Frust über die Absage der diesjährigen Swiss Indoors vergessen. Aufgelöst in der allumfassenden Freude, immerhin wieder Spitzentennis vor Ort bestaunen zu dürfen.

 

Doppelt so lange Pausen zwischen den Ballwechseln

Die Zuschauer lassen sich die Chance nicht entgehen. Zahlreich nehmen sie während der Finalspiele auf der Wiese Platz, die sich an das Gitter hinter dem Center Court anschliesst. Alle sehen sie das Finalspiel zwischen Viktorija Golubic, die Nummer 3 der Schweiz, gegen Conny Perrin, die Nummer 8. So klar die Ausgangslage scheint, so deutlich ist auch das Resultat. Golubic, die in der Schweiz auch schon einen WTA-Titel feiern durfte, lässt ihrer westschweizerischen Konkurrentin keine Chance. Das Resultat, ein 6:3 und 6:2, bekommt jedoch zur Nebensache - zumindest für die Zuschauer. Vielmehr ist bewundernswert, was es im internationalen Tennis sonst nie zu bewundern gibt: Spieler und Spielerinnen, die sich bücken müssen, um einen Ball aufzuheben. Oder ihn einfach am Netz liegen lassen, damit es schneller weiter geht. Kein Schieds- und Linienrichter, der über den Abdruck eines Balles entscheidet. Vertrauen in das parteiische Gegenüber ersetzt die Hörigkeit gegenüber dem Unparteiischen. «Der Rhythmus wird verändert, wenn es keine Ballkinder gibt. Die Pausen zwischen den Ballwechseln können doppelt so lange dauern wie üblich», sagt Golubic nach ihrem Final. Doch die Weltnummer 123 stört sich nicht daran, im Gegenteil: «Es ist gut, wieder ein bisschen Simplizität zu haben.» Starallüren der Akteure, die sich über eine zu langsame Reaktion der Ballkinder echauffieren, sind genauso weit entfernt wie Sommerfestivals in Pandemiezeiten.

Weil das Turnier in nur vier Tagen über die Bühne geht und die Verantwortlichen mit Anmeldungen überschwemmt wurden, sind die Akteure auch konditionell gefordert. Zwei Spiele am Tag, sonst die absolute Ausnahme wegen Regenfällen, sind die Regel. «Während des Turniers merkt man die Müdigkeit noch nicht wirklich. Das ändert sich aber danach», sagt Golubic.

 

Dreimal muss die Anlage geschlossen werden

Um Verletzungen vorzubeugen, ist neben dem Center Court ein weisses Zelt für die Physiotherapie aufgestellt. Forfaits in Folge von Verletzungen gibt es dennoch. Das Fazit des Turnierdirektors wird dadurch aber nicht getrübt. «Ich bin mit dem Turnier wunschlos glücklich», sagt Kurt Schudel. Nur einmal muss er eine Ermahnung gegen einen Spieler aussprechen, weil bei diesem die Emotionen überkochen.

 

Vielmehr sind die Verantwortlichen organisatorisch gefordert. Mit einem Zähler registrieren sie jede ein- und ausgehende Person. Dreimal muss die Anlage geschlossen werden, weil ansonsten die Schutzmassnahmen keinen Schutz mehr bieten. «Trotzdem haben wir einen Zuschauerrekord», sagt Schudel. Zuschauerrekord während Corona: Verrückt, aber wahr. «Im Pech anderer Veranstalter haben wir Glück gehabt», sagt Schudel.

 

Bei den Herren ist Marco Trungelliti für die Siegesrede verantwortlich. Der Argentinier bezwingt im Finale Johan Nikles, der sich in zwei Sätzen geschlagen geben muss. Als Schweizer profitiert er aber immerhin von einem Unterstützungsfonds, für den die Turnierverantwortlichen Geld gesammelt haben. «Der Fonds ist wichtig, da wir auf Preisgelder angewiesen sind, die wegen Corona aber ausgefallen sind», sagt Golubic. Der Geldhahn soll aber bald wieder aufgedreht werden, im August stehen die ersten internationalen Turniere auf dem Plan. Zuschauerrekorde wird es dort aber bestimmt nicht geben.

 

2020-07-19 Zeitungsbericht aus der BAZ

Schweizer Triumph in Basel

Golubic spaziert zum Turniersieg

Die Zürcherin gewinnt das Crossklinik Tennis Open ohne Satzverlust. Bei den Männern triumphiert der Italiener Marco Trungelliti.

Fabian Löw

Aktualisiert: 19.07.2020, 18:50

Die Veranstalter wollten mit dem Crossklinik Tennis Open Basel die finanziell arg gebeutelten Schweizer Tennisspieler unterstützen. Im Frauen-Tableau ging dieses Vorhaben perfekt auf: Im gestrigen Final auf der Anlage des BLTC duellierten sich mit Viktorija Golubic und Conny Perrin zwei Schweizerinnen – wobei die Frage nach der Turniersiegerin rasch beantwortet war. Golubic, die Nummer 123 der Welt, wusste auch in diesem Endspiel zu überzeugen. 6:3, 6:2 siegte die 27-jährige Zürcherin und gab damit auch im sechsten Spiel dieses Basler Tennisturniers keinen Satz ab. Bei den Männern hatte der Schweizer Finalist das Nachsehen. Johan Nikles (ATP 500) verlor gegen den Italiener Marco Trungelliti (ATP 231) 4:6, 6:7.

 

Die Tennisspieler der Region Basel spielten in der Endphase des Turniers keine Rolle mehr. Die für Spanien spielende Baslerin Rebeka Masarova und Jérôme Kym aus Möhlin waren bereits am Freitag ausgeschieden, für die Baslerin Joanne Züger endete das Turnier mit dem Duell vom Samstag gegen die Russin Varvara Gracheva (1:6, 1:6).

 

 

2020-07-17 Zeitungsbericht aus der Riehener Zeitung

TENNIS Crossklinik Tennis-Open auch in Riehen zu Gast

Leonie Küng wird heute in Riehen erwartet

 

rs. Wenn alles gut geht, wird Leonie

Küng heute Freitag um 18.30 Uhr auf

dem Tennisplatz des TC Riehen auf

der Grendelmatte zu ihrem Drittrundenspiel

des Crossklinik Tennis-Open

antreten – ein Höhepunkt für den

Riehener Tennissport und eine Ehre

für den gastgebenden Tennis-Club

Riehen. Die N1/R2-Konkurrenz der

Frauen des Crossklinik-Open, das mit

je zwei Frauen- und Männertableaus

auf vier Anlagen in Basel, Aesch und

Riehen gespielt wird, ist gut besetzt.

Topgesetzt ist bei den Frauen die

Russin Varvara Gracheva – immerhin

die Nummer 101 der WTA-Weltrangliste.

Nummer 2 des Turniers ist die

Schweizerin Viktorija Golubic.

Leonie Küng gehört als Turnier-

Nummer-5 zum Kreis der Favoritinnen,

hat im Februar dieses Jahres in

Hua Hin (Thailand) erstmals den Final

eines WTA-Turniers erreicht und

auf dem Weg dahin die bestklassierte

Chinesin Qiang Wang (WTY 27) geschlagen.

Bei den Männern wird das

Tableau der Hauptkonkurrenz N1/R2

vom Inder Sumit Nagal (ATP 127) angeführt,

gefolgt vom Schweizer Daviscupspieler

Henri Laaksonen, dem

Argentinier Marco Trungelliti sowie

den Schweizern Sandro Ehrat und

Marc-Andrea Hüsler.

Die 19-jährige Schaffhauserin Leonie

Küng liess es sich – wie auch

Marc-Andrea Hüsler, Paul Jakub oder

die Baselbieter Lokalmatadorin Joanne

Züger – nicht nehmen, am

Sponsorenanlass vom vergangenen

Mittwoch in Riehen teilzunehmen,

wo sie unter anderem mit Steven

Schudel auf dem Platz stand und sich

vom erfahrenen Tennistrainer einige

Tipps geben liess. Steven Schudel

steht zusammen mit seinem Vater

Kurt Schudel an der Spitze des Turnier-OKs

und ist Klubtrainer des TC

Riehen.

Eigentlich hätte das Crossklinik-

Open über Pfingsten gespielt werden

sollen. «Wir sind froh, dass wir dieses

Turnier mit etwas Verspätung doch

noch durchführen können», sagt Steven

Schudel im Gespräch, «einerseits,

weil viel bezahlte Arbeit in der Turniervorbereitung

steckt, vor allem

aber, um den Spielerinnen und Spielern

eine Möglichkeit zu geben, Preisgelder

zu gewinnen und damit ihre

Karrieren zu finanzieren.» Dass dies

in der gegenwärtigen Situation möglich

sei, sei nicht selbstverständlich,

so Schudel, und er wolle insbesondere

den Sponsoren, die grosszügige Preisgelder

auch für die besten Schweizerinnen

und Schweizer des Turniers

ermöglichten, sowie den Klubverantwortlichen

des TC Riehen ganz besonders

danken.

In Riehen wurde schon gestern

Donnerstag gespielt und auch heute

Freitag herrscht reger Turnierbetrieb.

Gäste sind willkommen – die Verantwortlichen

bitten einfach darum,

dass die Abstandsregeln eingehalten

werden, und setzen ein BAG-konformes

Schutzkonzept um. Am Sams-

tag und Sonntag werden dann die

restlichen Partien in Basel gespielt,

auf den Tennisplätzen Schützenmatte

(Old Boys) und Margarethen

(BLTC Basel). Auf Letzterem finden

am Sonntag die vier Finalspiele statt

(Details zu Turnierverlauf und Tableaus

finden Sie im Internet unter

www.int.crossklinikcup.ch).

 

2020-07-19 Schlusscommuniqué der Turnierleitung

An die regionalen Medien

Basel, 19. Juli 2020

Schlusscommuniqué der Turnierleitung

16. Int. crossklinik Tennis Open Basel

16. bis 19. Juli 2020

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Die Organisatoren freuen sich sehr, dass am heutigen Finaltag auf der Tennisanlage des

BLTC derart hochstehende Halbfinal- und Finalbegegnungen ausgetragen werden konnten –

mit internationaler Beteiligung, aber auch mit einem Schweizer Frauenfinal, den Viktorija

Golubic (WTA 123) gegen Landsfrau Conny Perrin (WTA 236) für sich entschieden hat (6/3,

6/2).

Mit Leonie Küng (WTA 155) hatte eine weitere Schweizerin in den Halbfinals gestanden, ehe

sich die 19-Jährige ihrer Landsfrau Perrin geschlagen geben musste (2/6, 2/6). Mit Clara

Tauson (WTA 212), Siegerin der Junioren Australian Open 2019 und der letztjährigen Nummer

1 der Junioren-Weltrangliste, durfte auf der Anlage im Margarethenpark ein internationales

Highlight mitverfolgt werden – die 17-Jährige blieb allerdings an der späteren Turniersiegerin

Viktorija Golubic hängen.

Die als Nummer 1 des Turniers gesetzte Russin Varvara Gracheva (WTA 101) scheiterte im

Halbfinal an der Schweizerin Conny Perrin. Für die Französin Océane Dodin (WTA 116,

Turniernummer 3) war im Viertelfinal gegen Leonie Küng Endstation gewesen.

Bei den Männern scheiterte der als Turniernummer 1 gesetzte Sumit Nagal (ATP 127, Indiens

Nummer 1) im Halbfinal gegen den Argentinier Marco Trungelliti (ATP 231). Dieser lieferte sich

im Final der Männer mit dem Schweizer Johan Nikles ein packendes Duell, das Trungelliti mit

6/4, 7/6 in letztlich für sich entschied. Nikles hatte im Viertelfinal gegen die Schweizer Nachwuchshoffnung

Dominic Stricker gewonnen (6/2, 4/6, 6/3) und im Halbfinale Sami Ben Abdennibi geschlagen (6/0, 7/5).

Henri Laaksonen (ATP 137), der als Nummer 2 des Turniers gesetzt war, musste kurz vor

seinem ersten Einsatz verletzungsbedingt WO geben.

Im R-Tableau der Herren gewann Stevan Popovic (R3) den Final gegen Raphael Hemmeler

(R3) (WO 2/1). Hemmeler überraschte mit einer besonderen Geste – als ehemaliger

Leistungssportler wisse er, wie schwierig die aktuelle Situation für die Spieler/innen sei, und

gab sein eigenes Preisgeld von CHF 600 je zur Hälfte an die beiden Finalisten aus dem

Männer-Haupttableau weiter. Im unteren Frauentableau krönte sich Michaela Vogel (R2) zur

Siegerin (mit einem WO von Sydney Weller (R3).

Die Freude bei den Organisatoren ist gross, ebenso die Dankbarkeit der Turnierleitung für die

Unterstützung aller Partner und Sponsoren. Ein grosser Dank geht auch an die vier

Austragungsclubs: BLTC, Old Boys Basel, TAB Aesch und TC Riehen, die allesamt eine Top-

Infrastruktur zur Verfügung gestellt haben.

Die Durchführung wurde aufgrund der aktuellen Lage rund um das neue Coronavirus vor

grosse Herausforderungen gestellt, welche die Turnierleitung angenommen und konsequent

umgesetzt hat – Schutz- und Hygienemassnahmen hatten oberste Priorität. Die maximale

Anzahl an Gästen wurde am 18. Juli 2020 während rund drei Stunden regelmässig überprüft,

zwischenzeitlich musste der Einlass weiterer Zuschauer/innen gestoppt werden. Dort, wo die

Abstände nicht eingehalten werden konnten, wurden Hygienemasken durch das Turnier-OK

verteilt.

Wir danken für die bisherige Berichterstattung und freuen uns auf weitere Berichte nach

Turnierende. Aktuelle Fotos sowie Bildmaterial vergangener Jahre werden unter

http://www.int.crossklinikcup.ch/fotos kostenlos zur Verfügung gestellt und können gerne zur

Illustration der Berichterstattung verwendet werden.

Weitere Informationen rund um das Int. crossklinik Tennis Open Basel finden sich unter

http://www.int.crossklinikcup.ch/ und auf Facebook & Instagram.

Die Turnierleitung möchte sich nochmals speziell beim Hotel Gaia bedanken, das in diesem

Jahr trotz eigener grosser Schwierigkeiten als treuer Hotelpartner vollen Einsatz zeigte – und

im Rahmen der Partnerschaft sämtliche N1- & N2-Spieler beherbergte.

Die Turnierleitung freut sich, dass gemeinsam mit den Partnern und Sponsoren, dem OK und

Spielern ein sportlich faires, respektvolles und hochstehendes Turnier realisiert werden konnte

– mit Respekt gegenüber dem Virus und einem Zeichen für den Sport.

 

Für die Turnierleitung

Steven und Kurt Schudel

 

***

 

Medienkontakt:

Andrea Neyerlin, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

2020-07-16 Bericht Sport

Die kleinen Swiss Indoors

Die Internationalen Crossklinik Tennis Open locken ohne Startgage Topspieler nach Basel. Beinahe wäre gar ein grosser Coup geglückt.

 

Simon Leser

Am Dienstag folgte die nächste

Hiobsbotschaft für die Region

Basel, auch wenn es nur eine

längst erwartete Vollzugsmeldung

war. Die Swiss Indoors

2020 sind definitiv abgesagt. In

der gleichen Woche, in der die

Meldung publik wurde, avanciert

Basel dennoch zum Zentrum

der Schweizer Tennisszene.

Vom heutigen Donnerstag

bis Sonntag finden die

16. Internationalen Crossklinik

Tennis Open statt. Das Turnier

ist in der Region kein unbeschriebenes

Blatt, es zieht auch

in normalen Jahren vor allem

nationale Topspieler an. Und

doch ist gegenwärtig alles ein

bisschen grösser. Ein Jahr, das

für das internationale Tennis

einer Seuche gleicht, wird für

das Basler Turnier zum Glücksfall.

Weil Tennisspieler, ob Profis

oder Nachwuchstalente, dringend

auf Spielpraxis angewiesen

sind, wird die Turnierleitung um

Kurt Schudel mit Anmeldungen

regelrecht überschwemmt. «Wir

haben nicht damit gerechnet,

dass die Teilnehmerzahlen derart

explodieren», sagt Schudel,

der das Turnier in normalen Jahren

an Pfingsten durchführt.

 

Eine Prise Bollywood und

ein fast geglückter Coup

Bei den Männern stehen sieben

der besten zehn Schweizer Tennisspieler

im Einsatz. Einzig Damien

Wenger und die beiden

grossen Weltenbummler, Stan

Wawrinka und Roger Federer,

kommen nicht. Bei den Frauen

sind vier der besten zehn nationalen

Spielerinnen dabei, darunter

die Nummer 3 der Schweiz,

Viktorija Golubic. Komplettiert

wird das Teilnehmerfeld durch

internationale Spieler. Allesamt

keine Weltstars, aber durchaus

gestandene Profis. Die Herrenkategorie

wird etwa durch Sumit

Nagal angeführt, der Inder

nahm an den vergangenen US

Open gar Roger Federer den

Startsatz ab und ist nun für eine

kleine Prise Bollywood-Flair verantwortlich.

Indische Zeitungen

haben seinetwegen bei der Turnierleitung

bereits Medienanfragen

deponiert.

Die abgesagten internationalen

Turniere sowie der Drang

der Spieler nach Tennis kommen

den Verantwortlichen freilich

entgegen. Doch das kleine Turnier,

das auf den Anlagen des

BLTC und der Old Boys sowie in

Riehen und Aesch die Spiele

durchführt, kann sich auch auf

den eigenen Ruf verlassen. «Bei

uns stehen die Spieler immer im

Vordergrund», sagt Schudel.

Das Turnier punktet mit einem

familiären Umgang und einem

hohen Spielrhythmus in wenigen

Tagen. Wer bei den Herren das

Turnier gewinnen möchte, muss

in vier Tagen sieben Spiele gewinnen.

«Für die Spieler ist es

ein guter Konditionstest, bevor

es international wieder losgeht»,

sagt Schudel.

Beinahe hätte ein noch bekannterer

Spieler das Turnier

mit seiner Anwesenheit beglückt:

Alex de Minaur, die Nummer

26 der Welt. Zuerst sagte die

Turnierleitung dem Finalisten

der letztjährigen Swiss Indoors

ab, weil die Verantwortlichen

keine Startgage zahlen wollen.

Eine Privatperson hätte jedoch

die Spesen übernommen. Weil

es in Spanien, wo de Minaur trainiert,

in der Zwischenzeit aber

auch wieder Turnierserien gibt,

bleibt er dort. «Ein solches Interesse

macht aber sehr stolz»,

sagt Schudel. Wie der Australier

auf das Basler Turnier kam, hätte

Schudel ihn gerne vor Ort gefragt.

 

 

Finanzieller Zustupf für die

besten Einheimischen

Nebst der fehlenden Startgage

müssen die Akteure auch das

Nenngeld selbst bezahlen. Auch

die Rolle des Linienrichters

und der Ballkinder übernehmen

sie während der eigenen Spiele

selbst. Dafür lockt das Turnier

mit einer Siegesprämie von

5600 Franken bei den Herren

und 4200 Franken bei den Frauen.

Zudem hat die Turnierleitung

einen Fonds für nationale

Spieler eingerichtet, in dem sich

dank Sponsoren- und Verbandsbeträgen

23 300 Franken angesammelt

haben. Die je zehn besten

Schweizer und Schweizerinnen

haben darauf nun einen

Anspruch. Je nach sportlichem

Erfolg am Turnier erhalten sie

aus dem Fonds einen grösseren

Betrag.

Ein Spieler, der dafür in Frage

kommt, ist Jérôme Kym. Der

junge Möhliner gilt als eine der

grössten nationalen Tennishoffnungen.

Für Kym ist das Turnier

in Basel bereits das vierte nach

den Lockerungen von Mitte Mai.

Zuvor hielt er sich mit Fitnessübungen,

Joggingrunden und

Tenniseinheiten auf der Strasse

bei Laune. «Es wurde Zeit, wieder

einen Schläger und Bälle auf

dem Platz zu berühren», sagt er.

Sein Niveau sei noch nicht dort,

wo er es haben möchte. Das Turnier

in Basel bietet ihm eine

Möglichkeit, dies zu ändern.

«Für die Region ist es toll, einen

solchen Tennisanlass zu haben

», sagt er.

Für das Teilnehmerfeld gibt

es die Anerkennung von Roger

Brennwald, dem Turnierdirektor

der Swiss Indoors. «Er sagte

mir, wir seien nun das grösste

Tennisturnier in Basel in diesem

Jahr», erzählt Schudel. Es erfüllt

ihn mit Stolz.

 

«Für die

Spieler ist

unser Turnier

ein guter Konditionstest.

»

Kurt Schudel

Turnierdirektor

 

Der Möhliner Jérôme Kym ist eine der grossen nationalen Tennishoffnungen – und Teilnehmer am Crossklinik Open. Bild: Fresh (Bern, 9.7.2020