2015-05-26 Zeitungsbericht aus der BZ Basel

Davis-Cup-Helde Marco Chiudinelli gewinnt sein Heimturnier

 

 

Lockte viele Zuschauer an: Lokalmatador Marco Chiudinelli.

Quelle: Fabio Baranzini

 

Marco Chiudinelli gewann die 11. Ausgabe der Crossklinik Open in seinem Heimklub Old Boys Basel. Bei den Frauen bestätigte Salome Llaguno ihren Vorjahrestriumph. von Fabio Baranzini

 

Kommt er oder kommt er nicht? Das war die grosse Frage, welche die Organisatoren der Crossklinik Open beschäftigte. Er, das war Marco Chiudinelli. Lokalmatador, Davis-Cup-Sieger und Aushängeschild des Turniers. Am Samstagmorgen konnte Turnierdirektor Kurt Schudel aufatmen. Marco Chiudinelli landete kurz nach elf Uhr am Flughafen Basel, nachdem er am Vortag noch den Viertelfinal eines Challengerturniers in der Türkei bestritten hatte. «Ich fuhr danach kurz nach Hause, holte meine Sandschuhe und kochte mir schnell etwas zu Mittag. Dann gings bereits auf den Platz. Das war schon hart, aber ich habe es Kurt versprochen und daher war für mich klar, dass ich spielen werde», so Chiudinelli.

 

Vier Stunden nach der Landung trat der 33-jährige Baselbieter zum ersten Spiel in seinem Heimklub Old Boys Basel an. Auf Platz Nummer 1, so hatte es sich Chiudinelli gewünscht, denn auf diesem Platz hatte er vor seinem Einsatz in der Türkei noch trainiert. «Diesen Wunsch haben wir ihm gerne erfüllt, schliesslich war er sonst ein sehr unkomplizierter Spieler», sagte Kurt Schudel.

Marco Chiudinelli dankte es dem Organisator, indem er sich nach einem Freilos durch fünf Runden bis in den gestrigen Final gekämpft und als Publikumsmagnet viele Zuschauer angelockt hatte. Im Endspiel traf er auf Raphael Lustenberger (N1, 6). Der klein gewachsene Innerschweizer gehört – obwohl er seine Profiambitionen seit längerem begraben hat – noch immer zu den besten Schweizer Tennisspielern. Das hat der 26-Jährige mit der zweiten Finalqualifikation an den Crossklinik Open in Folge eindrücklich bewiesen.

Spektakuläre Ballwechsel

Die Partie zwischen Lustenberger und Chiudinelli bot beste Unterhaltung. Die beiden lieferten sich intensive und spektakuläre Grundlinienduelle, wobei Chiudinelli einen Tick konstanter agierte und vor allem stärker servierte. Eine beachtliche Leistung, hatte der Baselbieter doch seit seiner Ellenbogenoperation im Dezember vor dem Turnier in Basel erst vier Ernstkämpfe bestritten. «Ich habe am letzten Turniertag wirklich gut gespielt und ich bin auch froh, dass der Ellenbogen gehalten hat.» Gegen Lustenberger setzte sich Marco Chiudinelli letztlich souverän mit 6:3, 6:2 durch. «Ich wollte dieses Turnier in meinem Heimklub unbedingt gewinnen. Deshalb habe ich mich auch auf jedes Match seriös vorbereitet und jeden Gegner ernst genommen», erklärt Chiudinelli, der in den nächsten Wochen wieder auf der ATP-Tour Fuss zu fassen versucht.

Llaguno überrascht sich selbst

Bei den Frauen gewann Vorjahresfinalistin Salome Llaguno (N1, 8). Die 32-jährige Argentinierin trieb mit ihrem unbequemen Sandplatzspiel die Gegnerinnen zur Verzweiflung. Im Finale konnte sie dann sogar die eigentlich stärker einzustufende Xenia Knoll (N1, 8) – aktuelle Weltnummer 265 und Mitglied des Schweizer Fed Cup Teams – in die Schranken weisen. Und das überraschend deutlich mit 6:3, 6:1, nachdem sie zu Beginn der Partie noch mit 1:3 im Rückstand gelegen hatte. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Turnier wirklich gewinnen kann, denn ich war nicht sonderlich gut in Form. Doch je länger das Turnier gedauert hat, desto besser kam ich in Fahrt. Im Final spielte ich richtig gut“, freute sich die Argentinierin.

(bz Basel)