2017-06-01 Zeitungsbericht aus der BAZ

Die Spieler stehen im Mittelpunkt

Kurt Schudel organisiert das Crossklinik Tennis-Open – und verrät sein Erfolgsrezept

 

Von Dominic Willimann

Basel. Eigentlich hat Greta Arn ihre Tenniskarriere längst beendet. Doch

nun wagt die Ungarin einen Neustart. Wenn von Freitag bis Montag in Basel

das Crossklinik Tennis-Open ausgetragen wird, zählt die 38-Jährige zu den

Gesetzten im stärksten Frauentableau. 16 Jahre ist es her, da war die Rechtshänderin

auf Rang 40 der WTA-Weltrangliste klassiert, nun hat sie nochmals

eine Lizenz gelöst – und sich sogleich für das Basler Spitzentennisturnier eingeschrieben.

Damit sie für ihren Einsatz in der Schweiz gerüstet ist, bereitet sich

die Frau, die 2001 vor 10 000 Zuschauern in Melbourne gegen die damalige

Nummer 1 Lindsay Davenport antreten durfte, in Italien im Trainingscamp vor.

Dass sich Arn für das Basler Turnier entschieden hat, freut Organisator Kurt

Schudel ungemein. Auch wenn sie eigentlich nicht ins Schema eines Teils

der anderen Angemeldeten passt. Denn 168 der 311 Nennungen befinden sich

noch im Juniorenalter. «Das zeigt, wie wichtig solche Turnier für den Nachwuchs

sind», findet Schudel. Und erinnert sich dabei an die Zeit, als er mit

seinem Sohn Steven, der ihm heute in der Organisation des Turniers zur Seite

steht, über Pfingsten ins Ausland reisen musste, um einen Wettkampf zu bestreiten.

Heute, davon ist der 73-Jährige überzeugt, seien die nationalen Tennisschulen

froh, dass sie ihren Talenten eine weite Reise ersparen können und

daher in Basel antreten. Dass dabei der eine oder andere gleich nach der ersten

Runde im 128-Tableau wieder die Heimfahrt antreten muss, ist beim bestbesetzten

Tennisturnier in der Region hinter den Swiss Indoors nicht ungewöhnlich. «Es

ist gut möglich, dass man zum Auftakt gleich auf einen Spieler mit ATP-Vergangenheit

trifft», sagt Schudel. Egal jedoch, ob jung oder alt, sehr gut oder weniger gut klassiert – für

Schudel ist ein Aspekt am wichtigsten: «Bei uns stehen die Spieler im Mittelpunkt», erzählt er.

Die N1- und N2-klassierten Teilnehmer, also die Besten nach Rangliste, übernachten im Gaia Hotel

gratis. In einer Unterkunft am Bahnhof also, von der aus alle  vier Spielorte (BLTC, OB, Riehen und Aesch) 

mit dem öffentlichen Verkehr innerhalb von 30 Minuten erreichbar sind. Dieser Service

werde von den Tennisspielern sehr geschätzt. Im Gegenzug erwartet Schudel von den

Teilnehmern aber auch ein beispielhaftes Auftreten auf dem Platz.

 

 

Finaltag auf der BLTC-Anlage

Für Schudel und seinen Sohn ist das Crossklinik-Open also eine Herzensangelegenheit,

unzählige Stunden wenden sie pro Jahr dafür auf – und dies im 2017 bereits zum

13. Mal. Über die Jahre hat sich das Turnier stets entwickelt, das Preisgeld beträgt

heute 30 000 Franken.  Das Finanzielle ist der eine Anreiz zum Mitmachen, die gute

Organisation sowie das Zusammensein nach dem Spiel der andere. «Wichtig ist, dass wir den 

Charakter des Turniers nicht verändern», sagt Schudel.  Und meint damit, dass es gerade

die Teilnehmer in den regionalen Konkurrenzen schätzen, auf den Plätzen viele bekannte

Gesichter anzutreffen. Für vier Tage rückt die Basler Tennisfamilie also eng zusammen. 

Auch, weil das Gros der Spiele auf 22 Plätzen, verteilt auf vier Anlagen, gespielt wird.

Der Finaltag am Montag  schliesslich findet im Gundeli auf dem Sandplatz des BLTC statt.

Spätestens dann wird sich zeigen, ob die Amerikanerin Jennifer Elie (WTA 241) und der

Vorjahresfinalist aus Frankreich, Romain Jouan (ATP 425), ihrer Favoritenrolle gerecht werden.

«Spannende Duelle sind garantiert», verspricht Schudel und denkt dabei an die vergangenen

Austragungen, als Sportler in Basel im Rampenlicht standen, die ihren Weg im Spitzensport

gegangen sind. Vor zwei Jahren etwa siegte Marco Chiudinelli, bis in den Final schafften es

Ivo Heuberger oder Severin Lüthi. Der berühmteste Name findet sich allerdings auf der

Siegerliste der Frauen: Timea Bacsinszky spielte 2001 als fast 12-Jährige die Konkurrenz in

Grund und Boden. Jene Bacsinszky, die in diesen Tagen in Paris im Rampenlicht steht.

 

Kurt Schudel