Damien Wenger (N4, 118) oder Roman Schneider (R1). Einer dieser Junioren hat das grosse Los gezogen. Der Sieger dieses Erstrundenduells an den Crossklinik Open darf sich in der zweiten Runde nämlich mit keinem geringeren als Davis-Cup-Sieger Marco Chiudinelli (N1, 5) messen. Der 33-Jährige gab gestern beim Challenger-Turnier im türkischen Eskisehir nach seiner Ellbogenoperation im Dezember ein erfolgreiches Comeback auf der ATP-Tour. Er bezwang den Venezolaner Ricardo Rodriguez-Pace (ATP 387) 6:4, 6:2.

Trotz des Siegs hat Chiudinelli Crossklinik-Turnierorganisator Kurt Schudel zugesichert, dass er – wenn irgendwie möglich – am Wochenende antreten werde. «Dass Marco bei uns spielen will, ist super. Da kommen wir ihm bei der Ansetzung seiner Matches gerne auch entgegen, denn er hat in den letzten Jahren sehr viel für das Tennis in der Region gemacht und wir möchten ihn gerne an unserem Turnier dabei haben», so Schudel, der Chiudinelli seit seiner Juniorenzeiten kennt, als dieser noch für den Basler LTC Junioreninterclub spielte.

Dass ein Junior die Chance erhält, sich mit einem absoluten Spitzenspieler wie Marco Chiudinelli zu messen, freut Schudel ganz besonders. Denn genau aus diesem Grund hat er das Turnier vor nun mehr elf Jahren ins Leben gerufen. «Die Junioren und ihr Umfeld sollen sehen, wie weit der Weg nach ganz oben noch ist», sagt der Organisator. Entsprechend zufrieden ist er, dass beinahe die Hälfte der insgesamt rund 290 Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch im Juniorenalter ist.

So stark besetzt wie nie

Marco Chiudinelli trägt mit Sicherheit den klingendsten Namen aller Athleten, ist jedoch deswegen keineswegs der unbestrittene Favorit. Dies nicht nur, weil ihm nach seiner fünfmonatigen Verletzungspause die Spielpraxis noch etwas fehlen dürfte, sondern weil das Turnier in diesem Jahr so gut besetzt ist wie nie zuvor.

Die Nummer eins ist Cristian Villagran (N1, 3), der auf Schweizer Sandplätzen seit vielen Jahren einer der am schwierigsten zu bezwingenden Spieler ist. Dahinter folgt mit Hugo Dellien (N1, 3) ein bolivianischer Davis Cup Spieler, die aktuelle Weltnummer 257. Schweizer Spitzenspieler wie Vorjahresfinalist Raphael Lustenberger (N1, 6) oder der ehemalige Profi Alexander Sadecky (N1, 8) gehören bei diesem Teilnehmerfeld lediglich zu den Aussenseitern.

Bei den Frauen ist die Leistungsdichte nicht ganz so gross wie bei den Männern, aber auch in dieser Konkurrenz sind einige Spitzenspielerinnen dabei. Die grösste Hoffnung aus Schweizer Sicht ist Xenia Knoll (N1, 8), die dem Schweizer Fed Cup Team angehört. Gespannt sein darf man auf das Abschneiden von Sydney Weller (N3, 32), der stärksten regionalen Spielerin.