2015-05-22 Zeitungsbericht aus der BAZ

Routiniers testen die Tennistalente  (BaZ 22.05.2015 / Seite 36)

Ob mit oder ohne Chiudinelli – das Crossklinik Open bringt spannendes Tennis nach Basel

 

Weiss, wie man den Titel gewinnt. Der Argentinier Cristian Villagran triumphierte bereits dreimal am crossklinik open

Von Beat Caspar

Basel. Der Teilnahme-Rekord vom Vorjahr besteht weiter. Mit knapp 300 Nennungen bleibt das Internationale Crossklinik Tennis Open Basel aber auch bei der elften Austragung ein Grossanlass. Und gut bestückt ist das traditionelle Pfingstturnier von Kurt und Steven Schudel um insgesamt 30000 Franken Preisgeld allemal. Die Gesetztenlisten der Hauptkonkurrenzen führen der 33-jährige aus Argentinien stammende dreimalige Sieger Cristian Villagran, einst die Nummer 200 des ATP-Rankings, und die 23-jährige Ukrainerin Anastasiya Vasylyeva, WTA-Nr. 212, an. In Basel sehr früh eingeschrieben hat sich Marco Chiudinelli. Er wäre – wie vor zwei Jahren die danach durchgestartete Timea Bacsinszky – ein wahrer Publikumsmagnet. Doch nun ist hinter den als Nummer 3 gesetzten Baselbieter ein Fragezeichen zu setzen. Genesen von seiner Ellbogenoperation im letzten Dezember weilt er diese Woche am Challenger in Eskisehir in der Türkei und steht heute Freitag gleich zweimal im Einsatz. Um 12 Uhr trifft er im Einzel-Viertelfinal auf den Franzosen Yannick Jankovits (ATP275), nicht vor 15 Uhr wartet zusammen mit dem anderen Schweizer Viertelfinalisten Adrien Bossel der DoppelHalbfinal. Angesichts des Tableaus müsste ein Vorstoss in den Final im Bereich des Möglichen liegen, denn in der Vorschlussrunde träfe Chiudinelli auf seinen Doppelpartner oder den Spanier Inigo Cervantes (ATP 184), die Nummer 2. Topgesetzt ist der Italiener Paolo Lorenzi (ATP 94), der in der ersten Runde den am Crossklinik-Open als 4 gesetzten Ivo Klec ausschaltete. Finanziell ist das mit 42500 Euro dotierte Turnier in Eskisehir kein grosses Geschäft (6150 Euro für den Sieger, in Basel 5600 Franken), aber die maximal 80 ATP-Punkte stellen einen starken Anreiz dar. Kann Chiudinelli sie einheimsen, rückt er über 100 Ränge vor und wäre wieder drittbester Schweizer. In Basel starten 106 Männer beziehungsweise 61 Frauen in den N1/ R2-Tableaux. 76 Männer und 51 Frauen sind es in den R2/R6-Turnieren. Bedeutend wie die Leistungsunterschiede (fünf Klassen) sind die Altersunterschiede. Im Hauptturnier der Männer sind 65 Spieler 20 oder jünger, 44 sogar 18 oder jünger. In der Topkonkurrenz hat der älteste männliche Spieler Jahrgang 1972; die Jüngsten sind 2000er. Das R2/R6 präsentiert sich noch weiter gespannt (Jahrgänge 1958–2003). Duell der Generationen Beim weiblichen Geschlecht ist der Anteil der Jugend noch ausgeprägter. 44 Spielerinnen sind 18 und jünger, im Juniorinnenalter also. Bei den TopFrauen ist die Älteste 32-jährig (Vorjahresfinalistin Salome Llaguno aus Argentinien), die jüngste Spielerin hat Jahrgang 2002. Generationenübergreifend wird im R2/R6 gespielt. Nadja Lindner ist 43, Tochter Vanessa 14. Überraschen sie beide mit je zwei Siegen, treffen sie gar aufeinander. Naturgemäss um einiges anders sieht die Altersstruktur bezogen auf die Gesetztenlisten aus. Unter den 16 Gesetzten des N1/R2-Tableaus befindet sich kein U20-Spieler ausser Velasco Murkel Alejandro Dellien (18), der an die Position seines verletzten Bruders und bolivianischen Daviscup-Spielers Hugo Dellien (Nr. 2) nachrückte. Bei den Frauen sind 7 der 16 Gesetzten in diesem Jahr 20 und jünger. Zwei der Nummern 1 bis 8, haben gar Jahrgang 1996 und 1997. Teenager Sarah Ottomano (Nr. 5) ist damit die zweitstärkste Schweizerin hinter Xenia Knoll (3) im Feld, die Französin Margot Decker (6) noch ein Jahr jünger. Die grossen Unterschiede bezüglich Alter und vor allem Leistungsstärke sind Programm. Initiant Kurt Schudel war es schon immer daran gelegen, dem besten Nachwuchs der Region und des Landes Vergleichsmöglichkeiten mit starken Spielern, Schweizern und Ausländern, zu eröffnen. In leichter Abwandlung von Slogans des ATP-Turniers von Gstaad («Today’s champions meet stars of tomorrow») oder des verblichenen Zurich Open («Where champions meet talents») könnte sich das CrossklinikOpen ohne Weiteres mit «Wo Routiniers Talente testen» anpreisen. Übertrieben wäre es nicht. Wobei festzuhalten ist, dass die international erfahreneren Spieler in den letzten Jahren in der finalen Phase immer praktisch unter sich waren. An Pfingsten 2014 siegte bei den Frauen die 22-jährige Ukrainerin Alyona Sotnikova, WTA 363 im Final gegen die die 31-jährige argentinische Linkshänderin Salome Llaguno. Bei den Top-Männern waren die Gesetzten 1 bis 8 in den Viertelfinals unter sich. U18-Spieler waren da längst nicht mehr dabei. Als überlegener Turniersieger durfte sich der 32-jährige Victor Crivoi, 228. des ATP-Rankings und einst die Nummer 75, feiern lassen. Zum zweiten Mal in Folge im Final stand der beste Schweizer, der Luzerner Raphael Lustenberger.

  

Bester Schweizer. Der Luzerner Raphael Lustenberger stand in den letzten zwei Jahren jeweils im Endspiel.

2015-05-20 Zeitungsbericht aus der BZ Basel

Hoffen, dass Davis-Cup-Held Chiudinelli verliert

 

In Lille der Davis-Cup-Held, in Basel das Jugend-Idol: Marco Chiudinelli (2. v.l.)

Quelle: KEYSTONE

An den Crossklinik Open in Basel dürfte erstmals Lokalmatador Marco Chiudinelli mit dabei sein – wenn er beim Turnier in der Türkei vorzeitig ausscheidet und sein Ellbogen hält.von Fabio Baranzini

 

 

Damien Wenger (N4, 118) oder Roman Schneider (R1). Einer dieser Junioren hat das grosse Los gezogen. Der Sieger dieses Erstrundenduells an den Crossklinik Open darf sich in der zweiten Runde nämlich mit keinem geringeren als Davis-Cup-Sieger Marco Chiudinelli (N1, 5) messen. Der 33-Jährige gab gestern beim Challenger-Turnier im türkischen Eskisehir nach seiner Ellbogenoperation im Dezember ein erfolgreiches Comeback auf der ATP-Tour. Er bezwang den Venezolaner Ricardo Rodriguez-Pace (ATP 387) 6:4, 6:2.

Trotz des Siegs hat Chiudinelli Crossklinik-Turnierorganisator Kurt Schudel zugesichert, dass er – wenn irgendwie möglich – am Wochenende antreten werde. «Dass Marco bei uns spielen will, ist super. Da kommen wir ihm bei der Ansetzung seiner Matches gerne auch entgegen, denn er hat in den letzten Jahren sehr viel für das Tennis in der Region gemacht und wir möchten ihn gerne an unserem Turnier dabei haben», so Schudel, der Chiudinelli seit seiner Juniorenzeiten kennt, als dieser noch für den Basler LTC Junioreninterclub spielte.

Dass ein Junior die Chance erhält, sich mit einem absoluten Spitzenspieler wie Marco Chiudinelli zu messen, freut Schudel ganz besonders. Denn genau aus diesem Grund hat er das Turnier vor nun mehr elf Jahren ins Leben gerufen. «Die Junioren und ihr Umfeld sollen sehen, wie weit der Weg nach ganz oben noch ist», sagt der Organisator. Entsprechend zufrieden ist er, dass beinahe die Hälfte der insgesamt rund 290 Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch im Juniorenalter ist.

So stark besetzt wie nie

Marco Chiudinelli trägt mit Sicherheit den klingendsten Namen aller Athleten, ist jedoch deswegen keineswegs der unbestrittene Favorit. Dies nicht nur, weil ihm nach seiner fünfmonatigen Verletzungspause die Spielpraxis noch etwas fehlen dürfte, sondern weil das Turnier in diesem Jahr so gut besetzt ist wie nie zuvor.

Die Nummer eins ist Cristian Villagran (N1, 3), der auf Schweizer Sandplätzen seit vielen Jahren einer der am schwierigsten zu bezwingenden Spieler ist. Dahinter folgt mit Hugo Dellien (N1, 3) ein bolivianischer Davis Cup Spieler, die aktuelle Weltnummer 257. Schweizer Spitzenspieler wie Vorjahresfinalist Raphael Lustenberger (N1, 6) oder der ehemalige Profi Alexander Sadecky (N1, 8) gehören bei diesem Teilnehmerfeld lediglich zu den Aussenseitern.

Bei den Frauen ist die Leistungsdichte nicht ganz so gross wie bei den Männern, aber auch in dieser Konkurrenz sind einige Spitzenspielerinnen dabei. Die grösste Hoffnung aus Schweizer Sicht ist Xenia Knoll (N1, 8), die dem Schweizer Fed Cup Team angehört. Gespannt sein darf man auf das Abschneiden von Sydney Weller (N3, 32), der stärksten regionalen Spielerin.

 

2014-06-13 Zeitungsbericht aus der Riehener Zeitung

TENNIS Crossklinikcup 2014 in Basel, Riehen und Frenkendorf

Ein gelungenes Jubiläumsturnier

rz. Der Topfavorit Victor Crivoi aus Rumänien
– mit einem Zweisatzsieg über
den Luzerner Raphael Lustenberger
(7:5/6:4) – und die Ukrainerin Alyona
Sotnikova – mit einem Dreisatzsieg
über die besser klassierte Argentinierin
Salome Llaguno (3:6/6:0/6:2) –
sicherten sich die Siege der Hauptkonkurrenzen
des Crossklinik Tennisopen
Basel, dessen Finalspiele am Pfingstmontag
auf den Plätzen des BLTC
Basel ausgetragen wurden. Bei den
Frauen R2/R6 setzte sich Bojana Klincov
vom TC Allschwil gegen Lea Amrhein
durch, bei den Männern R2/R6
gewann Clément Guerra vom TC
Kleinbasel den Final gegen Michael
Koran von den Old Boys mit 5:7, 6:1
und 6:2.
Das Jubiläumsturnier – es war die
zehnte Auflage der Veranstaltung –
war dank dem erhöhten Preisgeld, einer
Rekordbeteiligung mit über dreihundert
Nennungen und dem
fabelhaften Wetter ein Grosserfolg.
Gespielt wurde wie schon in vergangenen
Jahren auch auf den Plätzen des
Tennis-Clubs Riehen auf der Grendelmatte.
Ausserdem fanden Spiele des
Turniers auf den Plätzen des TC Old
Boys in Basel und auf dem Bächliacker
in Frenkendorf statt.

 

 

 

2014-07 Smash Bericht

Crossklinik Open

Wo Routiniers Talente testen

Der 32-jährige Rumäne Victor Crivoi (Nr. 1), einst die ATP-Nummer 75, und die 22-jährige
Ukrainerin Alyona Sotnikova (5) feiern anlässlich der zehnten Austragung der Crossklinik
Open Titel-Premieren und meistern die Rekord-Tableaus. BEAT CASPAR


Mit einem Plus von 60 Anmeldungen hatten sie aufgrund günstigerer
Konstellation gerechnet, am Ende waren es rund 100 mehr und Vater Kurt und Sohn
Steven Schudel durften sich über 325 Nennungen für die vier Konkurrenzen (je
N1/R2 und R2/R6 für Frauen und Männer) freuen. Die Rekordbeteiligung darf
als Vertrauensbeweis für die Strategie der Promotoren gewertet werden. Volle 64er-
Frauen-Felder diesen Niveaus – wo gibt es das hierzulande sonst noch? Der längst
postulierte, endlich eingetroffene Wegfall gleichzeitiger Qualifikationen für die
Schweizer Juniorenmeisterschaften wirkte sich exakt wie ersehnt aus. Hatte sich
der talentierte Schweizer Nachwuchs in der Vergangenheit andernorts zu bewähren,
war er diesmal hervorragend vertreten. In der Topkonkurrenz der Frauen
machten 40 Spielerinnen der Kategorie 18&U und zehn der Jahrgänge 1994 und
1995 mit. Bei den Männern verteilten sich 38 U18-Spieler und 15 mit Jahrgang 94/95
auf das N1/R2-Tableau. 

Helvetische «Heerschau»
So darf guten Gewissens von einer aufschlussreichen
«Heerschau» helvetischen Tennisschaffens der nächsten Generation
gesprochen werden. Wenn das ATP-Turnier von Gstaad einst mit dem Slogan
«Today’s champions meet stars of tomorrow » warb und das Zurich Open «Where
champions meet talents» propagierte, der Crossklinik-Cup dürfte seinen Sportanlass
der besonderen Art in leichter Abwandlung ohne weiteres mit «Wo Routiniers Talente
testen» anpreisen. Eine Übertreibung wäre es gewiss nicht. Die Nachwuchsleute
aus all den Akademien im Inund Ausland fanden tatsächlich eine so
starke wie erprobte Konkurrenz vor, die einen gültigen Massstab an ihre gegenwärtige
Leistungsstärke legte. Es konnte denn auch nicht überraschen, dass trotz
des kurzfristigen Rückzugs der topgesetzten Regina Kulikova, die als ehemalige
WTA-Nr. 65 so etwas wie das Sahnehäubchen auf der 10-Jahre-Jubiläumstorte gewesen
wäre, bei den Frauen Spielerinnen mit Erfahrung auf WTA- oder ITF-Tour
den Ton angaben. Die 22-jährige Ukrainerin Alyona Sotnikova, WTA 363, nutzte
Kulikovas Absenz. Sie eliminierte im Halbfinal mit Sandy Marti (Nr. 8) die letzte
verbliebene Schweizern und bewies im Final beim 3:6, 6:0, 6:2 mehr Ausdauer
und taktisches Verständnis als die 31-jährige argentinische Linkshänderin Salome
Llaguno. Für die letzten Juniorinnen bedeuteten die Viertelfinals Endstation. Die
18-jährige Zürcherin Chiara Frapolli (N3.34) machte gegen die spätere Siegerin
Sotnikova ebenso nur vier Games wie die drei Jahre jüngere Visperin Ylena In-
Albon (N2.24) gegen die Serbin Natasa Zoric (Nr. 3). Den wenigen Basler Regionalen
war Erfolg in erster Linie im unteren Tableau beschieden. Aufsehenerregend 
gut spielte Bojana Klinkov (Nr. 9). Die noch nicht 13-jährige Regelschülerin,
die letzten Oktober vom TIF nach Waldshut-Tiengen ins Camp von Eric van
Harpen wechselte, erwies sich im Final für die gesundheitlich angeschlagene
(Knie) topgesetzte Lea Amrhein als zu stark. Ihr bis dato höchstes Preisgeld von
750 Franken betrachtet sie als sehr willkommenen Zustupf. Gleiches gilt für den
in den USA studierenden Michael Koran, der den rein baslerischen R2/R6-Final gegen
Clément Guerra und damit 1000 Franken gewann. 

Lustenberger im Final
Bei den Top-Männern waren die am höchsten klassierten aktuellen und ehemaligen  Profis 
in der Endphase des sehr heissen und deshalb besonders fordernden Turniers unter sich. 
Viertelfinals  mit den Gesetzten 1 bis 8 zeugten von einer zementierten Hierarchie. U18 
waren da  längst nicht mehr dabei. Die besten Auftritte dieser Kategorie hatte Raphael 
Baltensberger (N3.63) mit dem Coup gegen Jessy Kalambay (N2.28) und dem Dreisätzer 
gegen den Kolumbier Federico Zeballos (N2.12). Von den U20 brachte es Loïc Perret (N2.17)
immerhin in die Achtelfinals, hatte gegen den Deutschen Ivo Klec (Nr. 3) aber nichts 
zu bestellen. Als überlegener Turniersieger durfte sich Victor Crivoi ausrufen lassen. 

Victor Crivoi: «Müde und alt» 
Das höchste Preisgeld von 5600 Franken sicherte sich der topgesetzte Rumäne Victor Crivoi 
überlegen. Der 32-Jährige 228. des ATP-Rankings, der einst die Nummer 75 der Welt war, 
gab keinen Satz ab. Im Endspiel, seinem sechsten Einzel in drei Tagen, darunter gegen den 
dreimaligen argentinischen Titelgewinner Cristian Villagran, kontrollierte er mit 
Tempoverschärfungen auch Vorjahresfinalist Raphael Lustenberger, den Luzerner, der wegen 
des Halbfinal-Forfaits von Robin Roshardt ein Match weniger in den Beinen hatte. Der 
routinierte Rumäne fühlte sich danach «müde und alt», fand jedoch Trost an seinem Preisgeld 
von 5600 Franken. Ohne Umschweife erklärte er, wegen der guten Verdienstmöglichkeit gekommen 
zu sein. Er wähle seine Turniere generell so, dass sein Budget nicht überstrapaziert werde, 
erklärte Crivoi. Er starte dort, wo es sich lohne, so bei gut dotierten Einladungsturnieren, 
in Interclubs in Frankreich, Deutschland und Österreich sowie bei Grand-Slam-Qualifikationen. 
Zwischen Roland Garros und Wimbledon passte der Crossklinik-Cup perfekt in sein Programm.

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2014-06-10 Zeitungsbericht aus der BZ Basel

Rumäne und Luzerner liefern grossartigen Tennissport am Crossklinik Open

Die Protagonisten des Männerfinals der Crossklinik Tennis Open – der rumänische Topfavorit Victor Crivoi (N1, 5) und der Luzerner Raphael Lustenberger (N1, 8) – verwöhnten die Zuschauer auf der Anlage des Basler LTC mit grossartigem Tennissport. Obwohl die beiden bereits vier (Lustenberger), respektive fünf (Crivoi) Matches in den Beinen hatten, schenkten sie sich vom ersten Ballwechsel an nichts.

Aussenseiter Lustenberger vermochte wie gewohnt mit seiner überragenden Beinarbeit zu überzeugen und konnte gegen seinen 32-jährigen Widersacher mit Break 3:2 in Führung gehen. Doch als es wirklich wichtig wurde, agierte Crivoi praktisch fehlerfrei und sicherte sich so den ersten Satz mit 7:5.

Im zweiten Durchgang wiederholte sich das Szenario: Erneut konnte Lustenberger vorlegen, doch Crivoi konterte und holte sich dank einem 7:5, 6:4-Sieg seinen ersten Titel am Crossklinik Tennis Open. Lustenberger, der bereits im Vorjahr im Endspiel verloren hatte, wartet damit weiter auf seine Premiere. «Es war unglaublich hart, sechs Matches in drei Tagen zu spielen. Da muss man sich vor allem mental extrem gut vorbereiten», so Crivoi. Der Rumäne, der aktuell auf Platz 225 der Weltrangliste steht, wird sich nun auf die Qualifikation in Wimbledon vorbereiten.

Neue Taktik nach Satz eins

Das Finalduell zwischen der Argentinierin Salome Llaguno (N1, 7) und der Ukrainerin Alyona Sotnikova (N2, 11) war ein Duell zweier völlig unterschiedlicher Spieltypen. Auf der einen Seite die feingliedrige, 31-jährige Linkshänderin Llaguno, die ihre Bälle mit viel Drall und Winkel spielte und auf der anderen Seite die kräftige, 22-jährige Sotnikova, die ihre im Vergleich zu Llaguno fehlende Athletik mit ihren wuchtigen Schlägen wettmachte.

Im ersten Satz brachte die an Nummer zwei gesetzte Argentinierin ihre Kontrahentin mit ihrem typischen Sandplatzspiel beinahe zur Verzweiflung und gewann diesen mit 6:3. Im zweiten Satz aber fand Sotnikova endlich ein probates Mittel. Sie stand näher an die Grundlinie und liess die hoch aufspringenden Topspin-Schläge ihrer Gegnerin nicht mehr ausdrehen, sondern nahm diese im Aufstieg. Dadurch fehlte Llaguno in der Folge die Zeit, um ihre Schläge gezielt anzubringen, und sie musste zudem deutlich mehr laufen als zuvor.

Die Auswirkungen der Umstellung im Spiel von Sotnikova waren frappant: Die Ukrainerin holte sich den zweiten Satz gleich mit 6:0 und auch im dritten Satz war die aktuelle Nummer 470 der Welt die bessere Spielerin. Am Ende siegte sie 3:6, 6:0, 6:2. «Im ersten Satz spielte sie unglaublich. Ich hatte enorme Mühe mit ihrem Spin und ihrem Tempo», so die glückliche Siegerin. «Im zweiten Satz versuchte ich den Platz mit dem Aufschlag zu öffnen und meine Chancen konsequent zu nutzen. Das hat gut funktioniert.»

Drei Basler Finalisten

Erfreulich aus Basler Sicht war, dass in den Kategorien R2/R6 bei den Männern und Frauen drei der vier Finalisten aus der Region Basel kamen. Bojana Klincov (R2, TC Allschwil) holte sich den Titel dank einem Finalsieg über Lea Amrhein (R2). Bei den Männern duellierten sich Clément Guerra (R2, TC Kleinbasel) und Michael Koran (R3, TC Old Boys). Koran, der sich als ungesetzter Spieler fürs Finale qualifizieren konnte, schwang nach einem hart umkämpfen Match oben aus. Er siegte 5:7, 6:1, 6:2.

(bz Basellandschaftliche Zeitung)