2012-05-29 Zeitungsbericht aus der BAZ

Cristian Villagran sorgt für das i-Tüpfelchen
Tennis: Der Argentinier und Zuzana Kucova waren 
beim Crossklinik Open auf der BLTC-Anlage die Stärksten

Von Thomas Wirz

Basel. Blauer Himmel, ideale Temperaturen,
erfreulich viel Publikum und
hochstehende Matches. Das 8. «Internationale
Crossklinik Tennis Open Basel»
war ein voller Erfolg. Dass sich mit Cristian
Villagran und Zuzana Kucova zwei
Mitfavoriten in den beiden Haupttableaux
durchsetzten, die in der internationalen
Tennisszene keine Unbekannten
sind, war dann noch das Tüpfelchen
aufs I.
Für den Argentinier Villagran war es
der zweite Basler Turniererfolg im dritten
Final. Nachdem er 2009 nach sieben
Matchbällen gegen Roman Valent noch
unglücklich verloren hatte und vor zwei
Jahren im Final gegen Mathieu Guenat
gewann, schlug der als Nummer 2 gesetzte
Argentinier nun im Endspiel den
Franzosen Laurent Recouderc (Nr. 4)
mit 6:4, 6:4. In einer hochstehenden
Partie mit vielen spektakulären Ballwechseln
machte sich die eher defensive
Spielweise des in Neuenburg lebenden
Südamerikaners bezahlt. Der Konterspieler
wechselte geschickt Topspinund
Slicebälle und versuchte immer
wieder, die ehemalige Nummer 124 des
ATP-Rankings ans Netz zu bringen, um
ihn dann – meist mit Erfolg – zu passieren.
Dabei war eher Recouderc als Favorit
in den Final gegangen, weil er zuvor
mit Zweisatzsiegen über Raphael Lustenberger
und den topgesetzten Brasilianer
Julio Silva in Viertel- und Halbfinal
souverän aufgetreten war. Villagran
hatte da in den Dreisätzern mit Luca
Schena und Vorjahressieger Robin Roshardt
schon härter kämpfen müssen.

Das Lob des Siegers
Die mit Frau und Kind nach Basel
angereiste frühere Nummer 200 der
Welt freute sich nach getaner Arbeit
nicht nur über das Preisgeld von
4200 Franken, sondern fast ebenso sehr
über den Sieg in fast schon vertrauter
Umgebung: «Ich mag Basel und dieses
Turnier ausgesprochen. Es ist perfekt
organisiert, wir Spieler logieren in einem
Viersternehotel und der nahe Zoo
ermöglicht zudem auch einer Familie
perfekte Erholung.» Der 30-Jährige
träumt seit zwei Jahren indes nicht
mehr vom Durchbruch in die ersten
100. 2010 musste er die Profikarriere
wegen einer Ellbogenentzündung abbrechen.
Wer ihn im Margarethenpark
in Aktion gesehen hat, wundert sich
aber nicht, dass er zu besten Zeiten
Spieler wie Mariano Puerta, Luis Horna
oder Carlos Berlocq geschlagen hat.
Noch immer höhere Ziele verfolgt
dagegen Zuzana Kucova als überraschend
klare Dominatorin des mit sechs
N1-Spielerinnen ebenfalls ausgezeichnet
besetzten Frauentableau. Die
28-jährige Tschechin profitierte gewiss
von der Absage der topgesetzten Sesil
Karatantcheva – die Kasachin rutschte
in Roland Garros nach der Niederlage in
der dritten Qualifikationsrunde als Lucky
Loser noch ins Hauptfeld, wo sie
gestern Timeo Babos gleich mit 6:1, 6:0
bezwang –, verdiente sich den Turniersieg
aber gleichwohl mit einem fast perfekten
Auftritt. Die frühere Old-Boys-
NLA-Interclubspielerin, die sich im letzten
Herbst als WTA-101 verletzte und
jetzt ihre Rentrée vorbereitet, schlug im
Halbfinal die Kirgisin Bermet Duvanaeva
(WTA-540) 6:3, 6:0 und wurde
auch im mit 6:2, 6:1 gewonnenen Final
von der Australierin Daniella Jeflea
nicht voll gefordert. Das aus regionaler
Sicht wertvollste Resultat holte sich die
Riehenerin Danielle Spielmann, die sich
erst im Achtelfinal Duvanaeva geschlagen
geben musste.

Zweiter Streich am Rheinknie. Wie schon im 2010 
liess sich Cristian Villagran beim Crossklinik 
Open in Basel kein einziges Mal bezwingen. 
Foto Dominik Plüss

2012-05-25 Zeitungsbericht aus der BAZ

Von Roland Garros nach Basel

Der Brasilianer Julio Silva führt das prominent besetzte 8. Int. Crossklinik Tennis Open an

Von Beat Caspar

Basel. Die Liste der Angemeldeten
übertraf selbst die kühnsten Vorstellungen
Kurt und Steven Schudels. Und
doch mussten die Tennis-Promotoren
am vergangenen Montag auf die
Euphoriebremse treten, als sie die Paarungen
des Pfingstcups auslosten. Denn
die prominentesten Namen des Turniers,
das mittlerweile «Internationales
Crossklinik Tennis Open Basel» heisst
und zum achten Mal ausgetragen wird,
weilten zu dieser Zeit noch in Paris – um
die Qualifikation des French Open zu
bestreiten. Die grosse Frage war: Werden
sie es nach Basel schaffen oder am
Pfingstwochenende noch immer in
Paris beschäftigt sein? Julio Silva, der
Brasilianer und Nummer 150 der Welt,
tat den Baslern einen grossen Gefallen
bezüglich ihrer Planung: Er schied an
den «Internationaux de France» bereits
in der ersten Runde gegen den Spanier
Daniel Munoz de La Nava aus.
Die Bulgarin Sesil Karatantcheva,
einstige Dopingsünderin, die auf der
Tour wieder Fuss zu fassen hofft,
machte es besser als der Brasilianer und
überstand bereits zwei von drei Runden.
Sie selber dürfte es freuen, die Turnier-
Organisatoren in Basel weniger.
Denn: Macht Karatantcheva so weiter,
wird sie Basel absagen müssen. Das hätte
zur Folge, dass Tyra Kotuwattegedera
– die Nummer 35 von Swiss Tennis –
als 17. Spielerin der Einschreibeliste
den Platz der Nummer 1 einnehmen
würde. Die Baslerin Diana Carollo (Nr.
40) würde bei diesem Szenario eine
neue Erstrundengegnerin erhalten.

Laaksonen muss passen
Frei von Änderungen ist trotz
Julio Silvas Kommen auch das ausgeloste
Tableau der Männer nicht. Grund dafür
ist die verletzungsbedingte Absage
von Henri Laaksonen. Der 20-
jährige finnisch-schweizerische Doppelbürger,
der für die Schweizer Farben
spielt und jüngst Trainingseinheiten mit
Stanislas Wawrinka absolvieren durfte,
wäre die Nummer 7 gewesen. Laaksonen
galt als Mitfavorit, schliesslich arbeitete
er sich innerhalb von zwölf Monaten
von ATP-Rang 857 auf Platz 490
hinauf. Seinen Platz im Turnier-Tableau
nimmt nun Luca Schena (N2.25) ein.
Schena ist der Vorjahresfinalist und gerade
an ihm zeigt sich, welche Qualität
der Pfingst-Event inzwischen erreicht
hat. Die Präsenz eines halben Dutzends
N1-Spieler und mehr als eines Dutzends
N2 ist erstmalig.
Das Turnier verdankt diese
bemerkenswerte Akzeptanz nicht nur
dem um 5000 auf 25 000 Franken
erhöhten Preisgeld und dem günstigen
Datum zwischen zwei Interclub-Runden.
Vor allem die Detailpflege sowie
die freie Unterkunft und Verpflegung
für die Spieler bis Klassierung N2, also
den ersten 30 Spielern der nationalen
Rangliste, locken die Spitzenspieler an
diesem Wochenende ans Rheinknie.

Herausforderung für Regionale
Die Dichte des Teilnehmerfeldes
garantiert, wie immer in den letzten
Jahren, hochstehenden und spannenden
Tennissport. Erfreulich ist, dass sich
ein grosser Teil des Schweizer Nachwuchses
zeigt, obwohl es keine Zähler
für die Weltrangliste zu ergattern gibt.
Alexander Sadecky (ATP 536) oder
Raphael Lustenberger (863) können
zusätzliches Selbstvertrauen gewinnen.
So, wie es Titelverteidiger Robin
Roshardt, die Nummer 6 der Schweiz,
im letzten Jahr machte.
Neben Julio Silva sind mit dem
früheren argentinischen Sieger Christian
Villagran, einst die Nummer 200 der
Welt, und dem Franzosen Laurent
Recouderc auf jeden Fall genügend
Spieler anwesend, die für die Hochklassigkeit
des Turniers sorgen werden.
Dementsprechend stellt das Crossklinik
Tennis Open auch für die besten regionalen
Kräfte wie zum Beispiel Danielle
Spielmann, Diana Carollo, Michela und
Danilo Casanova, Fabian Spaar, Benjamin
Rufer, Clément Guerra und James
Jones eine grosse Herausforderung dar.

Mit dabei. Der Brasilianer Julio Silva, 
Weltnummer 150, kann in Basel spielen,
weil er bei der French-Open-Qualifikation 
in der ersten Runde scheiterte. Foto imago

 

Wichtige Termine und Schlechtwetter-Alternativen
Basel. Das Internationale Crossklinik
Open öffnet heute ab 14 Uhr seine
Pforten. Die Topgesetzten wie Julio
Silva oder – falls sie spielt – Sesil Karatantcheva
werden jedoch erst morgen
eingreifen. Silva spielt um 14 Uhr, Karatantcheva
würde um 17 Uhr auf dem
Gelände des Basler LTC an der Gundeldingerstrasse
antreten. Sollte das Turnier
wegen schlechter Witterung nicht
draussen stattfinden können, werden
die Spiele im Vitis in Allschwil und im
Bächliacker in Frenkendorf fortgesetzt.
Der Eintritt für die Zuschauer ist frei. tip

 

2011-06-14 Zeitungsbericht aus der BAZ

Mit dem nötigen Selbstvertrauen
Tennis: Tanja Ostertag und Robin Roshard triumphieren in Basel

Thomas Wirz
Während die junge Garde auf sich aufmerksam macht, haben die Turniersieger beim Internationalen crossklinik Tennis Open keine Probleme mit der Konkurrenz. «Ja, es ist gut gelaufen. Ich bin im Moment super drauf und habe auch das nötige Selbstvertrauen wiedergefunden. »Turniersieger Robin Roshardt (23) freute sich nach seinem 6:0, 6:2-Finalerfolg über Luca Schena beim einmal mehr hervorragend besetzten Basler Pfingstanlass. Der im N1/R2-Tableau als Nummer 3 gesetzte Zürcher gab in sechs Matches insgesamt nur gerade 20 Spiele ab und  lieferte sein Meisterstück im Halbfinal, wo er den höher eingeschätzten Argentinier Alejandro Kon (Karrierehöchst: ATPNummer 413) mit 6:1, 6:2 förmlich vom Platz fegte. Eine logische Erklärung für seine hervorragende Verfassung konnte der frühere Profi und Orange-Bowl-Gewinner von 2005 nicht geben. «Ich trainiere seit geraumer Zeit nur noch drei Mal die Woche. Das ist verglichen mit früher ein Klacks.» Zwei Gründe fielen Roshardt dann aber doch noch ein, um seine Form zu begründen: zum einen das in den letzten Wochen durch lauter Siege in der NLB-Interclubmeisterschaft (mit dem TC Solothurn) und der deutschen Mannschaft gewonnene Selbstvertrauen, zum anderen die Tatsache, dass er völlig beschwerdefrei aufspielen kann – im Gegensatz zu seinen Profijahren. «Es macht Spass, sich auf dem Platz zu bewegen, wenn es nicht irgendwo zieht oder zwickt.» Die naheliegende Frage, ob er nach dem vor zwei Jahren erklärten Rücktritt als Tennisprofi nicht wieder auf ATP Punktejagd gehen wolle, bringt die Nummer 12 des Schweizer Männerrankings nicht in Verlegenheit: «Das fragen momentan alle. Aber ich will vorläufig vor allem die KV-Ausbildung abschliessen. Dann sehe ich weiter.» 

KLASSISCH-GERADE. Ein junges und unbekanntes Gesicht sahen die zahlreichen Zuschauer auf der BLTC-Anlage im Frauenfinal. Die 15-jährige Karin Kennel verdiente sich den überraschenden Einzug ins Endspiel mit Siegen über Gaelle Rey und die topgesetzte Sarah Moundir. Im Final war die Deutsche Tanja Ostertag für die Aargauer Juniorin dann aber schlichtweg eine Spur zu stark. Die frühere WTANummer 285 baute mit ihrem klassisch-geraden Stil so viel Druck auf, dass Kennel sich meist in der Defensive wiederfand und die 3:6, 4:6-Niederlage letztlich folgerichtig war. Wie Roshardt konnte sich auch Ostertag als

Siegerin feiern lassen, ohne auch nur einen Satz abgeben zu haben. Von den regionalen Spitzenspielerinnen und -spielern vermochten sich immerhin drei sehr gut in Szene zu setzen. Bei den Frauen scheiterten Michela Casanova und Diana Carolo nach guten Auftritten erst in den Achtelfinals, im Männertableau verblüffte der Basler R1-Spieler Michael Koran mit Siegen über Joel Stadelmann (N4) und Riad Sawas (N2). Ein sehr zufriedenes Fazit nach der 19. Auflage des Basler Pfingstturniers zog Turnierchef Kurt Schudel: «Nachdem im letzten Herbst der langjährige Mitorganisator Hansruedi Baumann aus der Turnierdirektion ausgeschieden ist, mussten wir das OK neu strukturieren. Auch dank den Tatsachen, dass die bisherigen Sponsoren uns die Treue hielten und mein Sohn Steven
Baumanns Platz eingenommen hat, war das Turnier nie gefährdet.» Mit über 70 N-Klassierten und insgesamt 203 Nennungen war der Anlass mit einem PPreisgeld von 20 000 Franken ein Erfolg. Auf die Frage, warum sein Turnier auf nationaler Ebene so bekannt und beliebt sei, hebt Schudel einen Grund besonders hervor: «Der Spieler steht bei uns im Mittelpunkt. Alle sollen sich wohlfühlen, sowohl der N1-Crack wie die R6-Spielerin.»

 

2011-06-10 Zeitungsbericht aus der BAZ

Die Top 100 als Ziel
Der Argentinier Alejandro Kon möchte das Crossklinik-Tennis-Open für sich entscheiden

THOMAS WIRZ

Er wird in der ATP-Weltrang-liste auf Position 890 geführt und ist aktuell «nur» die Nummer 52 seines Landes. Beim Basler Crossklinik-Ten-nis-Open ist Alejandro Kon aber als Nummer 2 gesetzt und hat damit gute Chancen, das erste Preisgeld von 3000 franken zu gewinnen. Für Alejandro Kon wäre das Siegergeld beim Crosskli-nik-Tennis-Open ein willkommener Zustupf für die Reisekasse. Hängt doch für den 24-jährigen Argentinier die Verwirklichung seines Traums nicht zuletzt vom Faktor Geld ab. Kon, der gegenwärtig für den TC Old Boys Interclub spielt und mit dessen National-liga-C-Team in die NLB aufsteigen möchte, will es in die Top 100 der Welt schafen und vom Tennis leben. Seitdem er vor zwei Jahren seinen Sponsor verloren hat, ist seine Karriere ins Stocken geraten. Vom bisherigen Höhepunkt, dem ATP-Rang 413, ist er auch deshalb wieder zurückgefallen, weil er wegen der beschränkten Mittel nicht mehr so viel reisen konnte und meistens ohne seinen Coach auskommen musste.

TOP-200-NiveAU. Dabei ist der Südamerikaner überzeugt, an einem guten Tag Top-200-Niveau zu haben. Er führte als Ver-
gleich den Franzosen Maxime Teixeira an, mit dem er letztes Jahr die französiche Teammeisterschaft bestritt und der seitdem von Position 800 bis auf ATP-Rang 165 vormarschiert ist. Wofür Teixeira in Roland Garros mit einer Wildcard
und einem Zweitrundenmatch gegen Roger Federer belohnt wurde. «Wir hatten vor Jahresfrist ungefähr das gleiche Niveau, ich habe ihn in den Trainingsmatches meist besiegt», erinnert sich Kon. Den Gaucho, der schon so starke Leute, wie Eduardo Schwank, Pablo Cuevas, Leonard Mayer und Brian Dabul geschlagen hat, hat es nicht ganz zfällig nach Basel verschlagen. Erstens nahm er schon letztes Jahr am Internationalen Basler Pfingstanlass teil (er scheiterte im Halbfinal an Landsmann Cristian Villagran) und zweitens kennt er durch seinen Vater den Basler Tenniscoach Fred Beerli. Kons Plan, wie vor Jahresfrist in Europa in einer Mannschaftsmeisterschaft gutes (und nötiges) Geld zu verdienen, ist dieses Mal allerdings nicht ganz aufgegangen: «Ich wollte in der Schweiz eigentlich für ein NLA- oder NLB-Team Interclub spielen. Das hat auch deshalb nicht geklappt, weil ich die Anmeldefrist verpasste.» So darf oder muss der Anhänger von River Plate, der gleich nach seiner Ankunft in Basel im St. Jakob-Park dem früheren River-Goalie Franco Costanzo die Ehre erwies, nun für die wenig Geld die OB-NLC-Equipe verstärken. Nach Abschluss der NLC Aufstiegspoule wird Kon nach Buenos Aires zurückkehren und sich dann in Südamerika wieder durch die harte Mühle der Future-Turniere quälen.

HOHES NIVEAU. «Die Konkurrenz ist gross und das Niveau in den letzten Jahren auch an den kleinen Turnieren nochmals gestiegen. Dass ich in meinem Land mit dem jetzigen Ranking nur die Nummer 52 bin, sagt ja auch einiges», erklärt der frühere Trainingspartner von French-Open-Sie-ger Gaston Gaudio zu den Fortschritten in Lateinamerika, was das Tennis anbelangt.
Überraschen würde es deshalb auch nicht, wenn bei dem mit 47 N-Spielern einmal mehr ausgezeichnet besetzten Cross-klinik-Pfngstcup die drei gesetzten argentinischen Sandplatzspezialisten Kon, Villagran und Lionel Noviski den Schweizer Spitzenspielern das Leben schwer machten.