2011-06-14 Zeitungsbericht aus der BAZ

Mit dem nötigen Selbstvertrauen
Tennis: Tanja Ostertag und Robin Roshard triumphieren in Basel

Thomas Wirz
Während die junge Garde auf sich aufmerksam macht, haben die Turniersieger beim Internationalen crossklinik Tennis Open keine Probleme mit der Konkurrenz. «Ja, es ist gut gelaufen. Ich bin im Moment super drauf und habe auch das nötige Selbstvertrauen wiedergefunden. »Turniersieger Robin Roshardt (23) freute sich nach seinem 6:0, 6:2-Finalerfolg über Luca Schena beim einmal mehr hervorragend besetzten Basler Pfingstanlass. Der im N1/R2-Tableau als Nummer 3 gesetzte Zürcher gab in sechs Matches insgesamt nur gerade 20 Spiele ab und  lieferte sein Meisterstück im Halbfinal, wo er den höher eingeschätzten Argentinier Alejandro Kon (Karrierehöchst: ATPNummer 413) mit 6:1, 6:2 förmlich vom Platz fegte. Eine logische Erklärung für seine hervorragende Verfassung konnte der frühere Profi und Orange-Bowl-Gewinner von 2005 nicht geben. «Ich trainiere seit geraumer Zeit nur noch drei Mal die Woche. Das ist verglichen mit früher ein Klacks.» Zwei Gründe fielen Roshardt dann aber doch noch ein, um seine Form zu begründen: zum einen das in den letzten Wochen durch lauter Siege in der NLB-Interclubmeisterschaft (mit dem TC Solothurn) und der deutschen Mannschaft gewonnene Selbstvertrauen, zum anderen die Tatsache, dass er völlig beschwerdefrei aufspielen kann – im Gegensatz zu seinen Profijahren. «Es macht Spass, sich auf dem Platz zu bewegen, wenn es nicht irgendwo zieht oder zwickt.» Die naheliegende Frage, ob er nach dem vor zwei Jahren erklärten Rücktritt als Tennisprofi nicht wieder auf ATP Punktejagd gehen wolle, bringt die Nummer 12 des Schweizer Männerrankings nicht in Verlegenheit: «Das fragen momentan alle. Aber ich will vorläufig vor allem die KV-Ausbildung abschliessen. Dann sehe ich weiter.» 

KLASSISCH-GERADE. Ein junges und unbekanntes Gesicht sahen die zahlreichen Zuschauer auf der BLTC-Anlage im Frauenfinal. Die 15-jährige Karin Kennel verdiente sich den überraschenden Einzug ins Endspiel mit Siegen über Gaelle Rey und die topgesetzte Sarah Moundir. Im Final war die Deutsche Tanja Ostertag für die Aargauer Juniorin dann aber schlichtweg eine Spur zu stark. Die frühere WTANummer 285 baute mit ihrem klassisch-geraden Stil so viel Druck auf, dass Kennel sich meist in der Defensive wiederfand und die 3:6, 4:6-Niederlage letztlich folgerichtig war. Wie Roshardt konnte sich auch Ostertag als

Siegerin feiern lassen, ohne auch nur einen Satz abgeben zu haben. Von den regionalen Spitzenspielerinnen und -spielern vermochten sich immerhin drei sehr gut in Szene zu setzen. Bei den Frauen scheiterten Michela Casanova und Diana Carolo nach guten Auftritten erst in den Achtelfinals, im Männertableau verblüffte der Basler R1-Spieler Michael Koran mit Siegen über Joel Stadelmann (N4) und Riad Sawas (N2). Ein sehr zufriedenes Fazit nach der 19. Auflage des Basler Pfingstturniers zog Turnierchef Kurt Schudel: «Nachdem im letzten Herbst der langjährige Mitorganisator Hansruedi Baumann aus der Turnierdirektion ausgeschieden ist, mussten wir das OK neu strukturieren. Auch dank den Tatsachen, dass die bisherigen Sponsoren uns die Treue hielten und mein Sohn Steven
Baumanns Platz eingenommen hat, war das Turnier nie gefährdet.» Mit über 70 N-Klassierten und insgesamt 203 Nennungen war der Anlass mit einem PPreisgeld von 20 000 Franken ein Erfolg. Auf die Frage, warum sein Turnier auf nationaler Ebene so bekannt und beliebt sei, hebt Schudel einen Grund besonders hervor: «Der Spieler steht bei uns im Mittelpunkt. Alle sollen sich wohlfühlen, sowohl der N1-Crack wie die R6-Spielerin.»

 

2011-06 Smash Bericht

Internationale <<crossklinik Basel Tennis Open>> mit neuem Führungsduo

Wenn der Vater mit dem Sohn

Mit einem Preisgeld von 20 000 Franken und jeweils rund 50N-Spieler/-innen im Teilnehmerfeld gehört der traditionsreiche Pfingstcup auf den Anlagen des BLTC Basel seit Jahren zu den beliebtesten Tennisevents auf Schweizer Boden. 1991 wurde das Turnier als regionaler Anlass gegründet. Das Budget betrug damals 800 Franken. Heute steht den Organisatoren für ihren mittlerweile internationalen Anlass ein Etat von 70 000 Franken zur Verfügung. Dies dank des Titelsponsors crossklinik, der sein Engagement 2011 weiter ausbaute.

Schudel für Baumann

Eine Änderung erfuhr Ende 2010 das Organisationskomitee. Nach 18-jähriger Zusammenarbeit hat sich das Duo Hans-Ruedi Baumann und Kurt Schudel getrennt. An Baumanns Stelle wurde neu Steven Schudel ins Boot geholt, der nun zusammen mit seinem Vater Kurt die Turnierdirektion bildet. Mit dem Partnerschaftswechsel erfuhr auch der Turniername eine Änderung. Der Topanlass am Pfingstwochenende (10. bis 13. Juni) figuriert nun unter dem Label <<crossklinik Basel Tennis Open>> im Turnierkalender. Unverändert bleibt die Austragung auf den Anlagen der Basler Clubs BLTC, TC Old Boys und TC Helvetia. Gespielt wird in je zwei Damen- und Herrenkonkurrenzen (N/1/R2 und R2/R6). Spieler/-innen mit dem N1- oder N2-Klassierung bietet das umtriebige Organisationsduo Schudel Gratis-Hospitality im 4-Sterne-Hotel an. Es darf davon ausgegenen werden, dass dieses attraktive Angebot auch dieses Jahr viele nationale Tennisgrössen nach Basel locken wird und die Zuschauer erneut hochkarätigen Sport zu sehen bekommen werden. Weitere Infos zum Turnier unter www.crossklinikcup.ch

 

2011-06-10 Zeitungsbericht aus der BAZ

Die Top 100 als Ziel
Der Argentinier Alejandro Kon möchte das Crossklinik-Tennis-Open für sich entscheiden

THOMAS WIRZ

Er wird in der ATP-Weltrang-liste auf Position 890 geführt und ist aktuell «nur» die Nummer 52 seines Landes. Beim Basler Crossklinik-Ten-nis-Open ist Alejandro Kon aber als Nummer 2 gesetzt und hat damit gute Chancen, das erste Preisgeld von 3000 franken zu gewinnen. Für Alejandro Kon wäre das Siegergeld beim Crosskli-nik-Tennis-Open ein willkommener Zustupf für die Reisekasse. Hängt doch für den 24-jährigen Argentinier die Verwirklichung seines Traums nicht zuletzt vom Faktor Geld ab. Kon, der gegenwärtig für den TC Old Boys Interclub spielt und mit dessen National-liga-C-Team in die NLB aufsteigen möchte, will es in die Top 100 der Welt schafen und vom Tennis leben. Seitdem er vor zwei Jahren seinen Sponsor verloren hat, ist seine Karriere ins Stocken geraten. Vom bisherigen Höhepunkt, dem ATP-Rang 413, ist er auch deshalb wieder zurückgefallen, weil er wegen der beschränkten Mittel nicht mehr so viel reisen konnte und meistens ohne seinen Coach auskommen musste.

TOP-200-NiveAU. Dabei ist der Südamerikaner überzeugt, an einem guten Tag Top-200-Niveau zu haben. Er führte als Ver-
gleich den Franzosen Maxime Teixeira an, mit dem er letztes Jahr die französiche Teammeisterschaft bestritt und der seitdem von Position 800 bis auf ATP-Rang 165 vormarschiert ist. Wofür Teixeira in Roland Garros mit einer Wildcard
und einem Zweitrundenmatch gegen Roger Federer belohnt wurde. «Wir hatten vor Jahresfrist ungefähr das gleiche Niveau, ich habe ihn in den Trainingsmatches meist besiegt», erinnert sich Kon. Den Gaucho, der schon so starke Leute, wie Eduardo Schwank, Pablo Cuevas, Leonard Mayer und Brian Dabul geschlagen hat, hat es nicht ganz zfällig nach Basel verschlagen. Erstens nahm er schon letztes Jahr am Internationalen Basler Pfingstanlass teil (er scheiterte im Halbfinal an Landsmann Cristian Villagran) und zweitens kennt er durch seinen Vater den Basler Tenniscoach Fred Beerli. Kons Plan, wie vor Jahresfrist in Europa in einer Mannschaftsmeisterschaft gutes (und nötiges) Geld zu verdienen, ist dieses Mal allerdings nicht ganz aufgegangen: «Ich wollte in der Schweiz eigentlich für ein NLA- oder NLB-Team Interclub spielen. Das hat auch deshalb nicht geklappt, weil ich die Anmeldefrist verpasste.» So darf oder muss der Anhänger von River Plate, der gleich nach seiner Ankunft in Basel im St. Jakob-Park dem früheren River-Goalie Franco Costanzo die Ehre erwies, nun für die wenig Geld die OB-NLC-Equipe verstärken. Nach Abschluss der NLC Aufstiegspoule wird Kon nach Buenos Aires zurückkehren und sich dann in Südamerika wieder durch die harte Mühle der Future-Turniere quälen.

HOHES NIVEAU. «Die Konkurrenz ist gross und das Niveau in den letzten Jahren auch an den kleinen Turnieren nochmals gestiegen. Dass ich in meinem Land mit dem jetzigen Ranking nur die Nummer 52 bin, sagt ja auch einiges», erklärt der frühere Trainingspartner von French-Open-Sie-ger Gaston Gaudio zu den Fortschritten in Lateinamerika, was das Tennis anbelangt.
Überraschen würde es deshalb auch nicht, wenn bei dem mit 47 N-Spielern einmal mehr ausgezeichnet besetzten Cross-klinik-Pfngstcup die drei gesetzten argentinischen Sandplatzspezialisten Kon, Villagran und Lionel Noviski den Schweizer Spitzenspielern das Leben schwer machten.

2010-05-25 Zeitungsbericht aus der BAZ

Die Topgesetzten sichern sich die ersten Preisgelder

BEAT CASPAR

Der Argentinier Cristian Villagran und die Schweizerin Myriam Casanova schrieben sich erstmals in die Siegerlisten des mit 20 000 Franken dotierten Pfingstturniers ein.

Vier Tage spannendes Klasse-Tennis bei perfektem Wetter – das war der Crossklinik-Cup Ausgabe 2010, der in den ausserordentlich stark bestückten Hauptkonkurrenzen mit Favoritensiegen endete. Der vor einem Monat erstmals Vater gewordene Cristian Villagran verdrängte mit seinem souveränen Titelgewinn seine schlechten Erinnerungen ans Vorjahr, als für ihn in einem epischen Endkampf gegen Roman Valent sieben Matchbälle nicht reichten.

Er freue sich riesig und widme den Sieg seiner Frau Ramona und dem Söhnchen Nahuel, erklärte der in Neuenburg wohnhafte Tourspieler, der einst zu den Top 200 der ATP gehörte. Wegen einer sechsmonatigen Verletzungspause ist der 28-Jährige weit zurückgefallen und vorläufig nicht mehr für Challengers qualifiziert. Nach der Interclubsaison, die er mit dem ambitionierten, grosszügigst honorierenden Team von Cologny (Genf) bestreitet, wird er mit Familie in die Heimat reisen und über kleine Profiturniere (Futures) wieder nach oben zu kommen versuchen. Er betrachte sich nach wie vor als Tour-Professional, auch wenn er fortan mehr zu Hause sein wolle. Auf seinem Weg zu den 3000 Franken Preisgeld wurde Villagran nur in der Vorschlussrunde von Landsmann Alejandro Kon (Nr. 4) und in einem taktisch geführten Final von Mathieu Guenat (8) gefordert. Sein ehemaliger Interclub-Teamkollege hatte in den Halbfinals in einem Duell früherer Sieger den als 2 gesetzten Frédéric Nussbaum in drei Sätzen eliminiert.

ALTE KLASSE. Sehenswertes boten auch die Frauen, allen voran Myriam Casanova. Die topgesetzte Rheintalerin, einst Titelgewinnerin auf der WTA-Tour und die Nummer 45 der Welt, wurde wegen des kurzfristigen Rückzugs von Talent Belinda Bencic erst am Pfingstmontag richtig gefordert. Die bald 25-Jährige, für die Tennis heute nur noch Hobby ist, setzte sich gegen Vorjahresfinalistin Céline Cattaneo in zwei und Sarah Moundir in drei Sätzen dank ihrem Tempotennis und ihrer Kühle bei wichtigen Punkten zweimal durch. Finalverliererin Moundir, die mit zwei N1-Resultaten insgesamt zufrieden war, sagte, «da war nichts zu machen. Von aussen mag es anders aussehen, aber auf dem Platz geht alles extrem schnell. Ich kam immer wieder zu spät.» Lachend fügte die Luzernerin, die bis zur Matura in zwei Jahren der Schule Vorrang gibt, an, «ich wusste nicht, was machen gegen sie. Ich war Ballgirl und Zuschauerin.»

Die beiden tieferen Turniere ergaben höchst unterschiedliche Gewinner. Bei den Männern triumphierte nach rund sechs Stunden Einsatz allein am Montag der bald 40-jährige Sissacher Peter Frey, bei den Frauen die erst 13-jährige Margaux Deagostini aus Colombier.

6. Int. Crossklinik-Cup in Basel

Männer. Einzel N1/R2. Achtelfinals: Cristian Villagran (Arg/1/N1.6) s. Nikolai Haessig (Reinach AG/N3.70) 6:0, 6:2. Stefan Kilchhofer (Basel/15/N2.27) 6:3, 6:7, 6:1. Alejandro Kon (Arg/4/N1.10) s. Julien Lorenz (Schindellegi/13/N2.22) 7:6, 6:4. Yannick Thomet (Malleray/7/N2.15) s. Pascal Diemand (Hägendorf/N3.56) 6:2, 6:2. Mathieu Guenat (Savigny/8/N2.16) s. Luca Roshardt (Zürich/14/N2.24) 6:1, 6:1. Robin Roshardt (Zürich/3/N1.8) s. Mario Eckhardt (De/11/N2.20) 6:2, 6:0. Gustavo Hernan Gomez Rosso (Arg/9/N2.17) s. Mauro Ferrer (Arg/5/N1.10) 6:3, 6:0. Frédéric Nussbaum (Neuenburg/2/N1.7) s. Slobodan Mavrenski (Hemetschwil-Staffeln/16/N2.28) 6:4, wo. – Viertelfinals: Villagran s. Kilchhofer 6:4, 6:2. Kon s. Thomet 6:3, 6:4. Guenat s. R. Roshardt 6:1, 6:1. Nussbaum s. Gomez Rosso 6:2, 6:2. – Halbfinals: Villagran s. Kon 7:5, 7:6 (3). Guenat s. Nussbaum 6:4, 4:6, 6:4. – Final: Villagran s. Guenat 6:3, 6:3.

R2/R6. Halbfinals: Massimo Mannino (Matten BE/16) s. Maximilian Strasser (Kallnach/7) 6:1, 6:0. Peter Frey (Böckten/2) s. Michel Baumann (Möhlin/6) 7:6, 6:7, 6:4. – Final: Frey s. Mannino 0:6, 6:4, 6:4.

Frauen. N1/R2. Viertelfinals: Myriam Casanova (Altstätten/1/N1.6) s. Justine Humair (St. Sulpice/R2) 6:3, 6:2. Céline Cattaneo (Fr/5/N1.10) s. Tanja Ostertag (De/4/N1.9) 1:6, 7:6, 7:6. Sarah Moundir (Adligenswil/7/N2.12) s. Ksenia Kirillova (Russ/3/N1.9) 6:3, 6:3. Patrycja Sanduska (Pol/2/N1.6) s. Gaëlle Widmer (Neuenburg/6/N2.11. Titelverteidigerin) 6:2, 6:2. – Halbfinals: Casanova s. Cattaneo 7:5, 7:6. Moundir s. Sanduska 6:0, 6:3. – Final: Casanova s. Moundir 6:3, 5:7, 6:2.

R2/R6. Halbfinals: Séraphine Buchmann (Illnau/3) s. Emanuela Roseda (It) 1:6, 6:2, 6:4. Margaux Deagostini (Colombier/2) s. Melanie Vidovic (Basel/7) 6:3, 6:1. – Final: Deagostini s. Buchmann 6:2, 6:3.