2010-05-21 Zeitungsbericht aus der BZ

Cristian Villagran schafft den Turnier-Hattrick in Basel



Der Argentinier mit Wohnsitz in Neuchâtel gewinnt das 9. Crossklinik Tennis Open im Final mit 6:3 und 6:4 gegen Raphael Lustenberger. Bei den Frauen setzt sich die Bulgarin Alexandrina Naydenova im Final klar mit 7:5, 6:1 gegen Iryna Bremond durch. von Georges Küng 

Auf dem Center Court lieferten sich Cristian Villagran (31) und der Innerschweizer Raphael Lustenberger (24) ein Finalspiel, das allerbeste Tenniskost bot. Der Südamerikaner, der zu seiner besten Zeit im ATP-Ranking auf Platz 180 klassiert war, stand zum vierten Male im Endspiel dieses Turniers. Ihm gegenüber stand ein Widersacher, mit dem niemand gerechnet hatte. Sicher, Raphael «Lusti» ist kein Unbekannter, noch immer die Nummer 14 der Schweiz. Seine Profikarriere gehört jedoch der Vergangenheit an, heute arbeitet der Ebiker zu 100 Prozent im Sportmarketing.

Sieg für die Familie
Die Nummer 9 des Turniers forderte dem top gesetzten Argentinier alles ab. Doch die «Big Points» machte meist Villagran, der vier Matchbälle brauchte, bis er mit 6:3 und 6:4 die Partie für sich entschieden hatte. Es ist der dritte Turniersieg in Folge für den zweifachen Familienvater. «Diesen erneuten Erfolg in meinem Wohnzimmer widme ich meiner Frau und den beiden Jungs.» Schliesslich ist im Couvert ein feines Preisgeld; «das Leben in der Schweiz ist für eine junge Familie teuer», erklärte der gut gelaunte Sandplatz-Spezialist nach Matchende.

Naydenova siegt bei den Frauen
Vorgängig hatten sich im Frauen-Endspiel Alexandrina Naydenova und Iryna Bremond gegenübergestanden. Die als Nummer 2 gesetzte Naydenova siegte klar in zwei Sätzen (7:5, 6:1). Naydenova, immerhin im Weltranking die WTA-Nummer 264, hatte es aus einem guten Grund eilig. Kaum war das Endspiel vorbei, packte sie ihre Sachen und wurde zum Euro-Airport chauffiert. Dort ging ihr Flieger in Richtung Casablanca. «Ich spiele ab Montag ein 25,000-Dollar-WTA-Turnier in Marokko», so die Bulgarin. Im Halbfinale schied die top gesetzte Timea Bacsinszky aus. Die Schweizerin hat ihre Profikarriere beendet und lässt sich nun zur Hotelfachfrau ausbilden.

Nächstes Jahr die Jubiläumsausgabe

Das Crossklinik-Turnier hat sich zu einem ganz feinen Event gemausert. Alle Spieler sind ob der Abwicklung und Organisation des Turniers begeistert. Beeindruckend die Leistungsdichte an Spitzenspielern. «Heuer konnten wir nicht jeden N2-Spieler setzen», erklärten die Turnierveranstalter Kurt und Steven Schudel mit berechtigtem Stolz.

Und kaum war der letzte Ball gespielt, gaben bereits die meisten Spitzenspieler ihre Zusicherung für die nächstjährige Jubiläumsausgabe.

 

(bz Basellandschaftliche Zeitung)

2010-05-21 Zeitungsbericht aus der BAZ

Casanova topgesetzt

TENNIS. Die sechste Auflage des Internationalen Crossklinik Cups um total 20 000 Franken Preisgeld bringt an Pfingsten Spitzentennis auf die Plätze des Basler LTC, der Old Boys und des TC Helvetia. Prominenteste unter den 220 Startern ist Myriam Casanova (24, Bild). Die einstige 54. der WTA-Weltrangliste muss fünf Matches gewinnen, will sie Nachfolgerin von Vorjahressiegerin Gaëlle Widmer werden. Wie bei den Frauen sind auch bei den Männern fünf aus den Top 10 des Swiss-Tennis-Rankings dabei. Spannend wird, wie sich die besten Basler sowie der letztjährige Überraschungsmann Nuttanon Kadchapanan (Thai) angesichts dieser starken Konkurrenz behaupten.bc>

2009-06-02 Zeitungsbericht aus der BAZ

Bangkok–Basel–Bangkok

Beat Caspar

Man, Tae und Dobi – das sind die Rufnamen des thailändischen Juniorentrios, das der ehemalige Headcoach von Swiss Tennis am Crossklinik- Pfingstcupbetreute.

Ein diskretes «Tam», zu Deutsch «Mach!», kann mitunter hören, wer in der Nähe von Dominik Utzinger steht, wenn dieser irgendwo am Spielfeldrand gerade eine Partie eines seiner asiatischen Schützlinge verfolgt. Die Anweisung meint, sein Trio solle diktieren, nicht auf die Fehler des Gegenübers warten.

Utzinger hat viel zu tun an diesem Pfingstwochenende. Nuttanon «Man» Kadchapanan (15), Kittipong «Tae» Chienwichal (15) und Rongrong «Dobi» Leenanbanchong (14) starten am 5. Crossklinik- Pfingstcupin beiden Konkurrenzen. Das können sie, weil sie als R2 angemeldet wurden. Für zwei des Duos trifft das in etwa zu, Man hingegen ist leistungsmässig klar weiter. Seine Ergebnisse zeigen es. In der Hauptkonkurrenz schlägt er Sebastian Geigle (im Swiss Tennis-Ranking als Nummer 67 geführt) und Mario Eckardt (Nr. 20!) und wird erst im Achtelfinal vom überraschenden Turniersieger Roman Valent, dem Wimbledon-Juniorenchampion 2001, gestoppt. Im R2/R6-Event entscheidet er den reinen Thai-Final für sich. Damit hat es sich nicht, denn nebenher gewinnt er auch noch das Novartis-Pfingstturnier.

Marathonmann. Elf Einzel in vier Tagen, das klingt nach sehr viel für einen 15-Jährigen. Der Junge schüttelt den Kopf (der englischen Sprache ist er noch nicht mächtig, da besteht Nachholbedarf), sein Betreuer sagt, «es schadet nicht, mal an die körperlichen Grenzen zu gehen. Er erholt sich schnell.» Diesbezüglich nützliche Hinweise erhält Utzinger hier durch die vom Titelsponsor offerierten medizinischen Tests. Er sieht: «Ausdauer und Stehvermögen sind steigerungsfähig.» Dem Beobachter fällt das nicht auf. Man und Tae verwickeln ihre Gegner vorwiegend in lange Abnützungskämpfe.

Das passt Utzinger durchaus. Der ehemalige Chef Leistungssport von Swiss Tennis erklärt: «Ziel unserer fünfwöchigen Reise hierher war, dass sie möglichst viele Matches haben, möglichst viel Erfahrung auf Sand sammeln. Dazu gibt es in Asien aus klimatischen Gründen keine Gelegenheit. Und Tennis auf Sand ist nun mal die Basis des Spiels. Auf Hartplätzen lernt man zu wenig, wie Ballwechsel geführt werden müssen und wie man Punkte konstruiert. Da geht es zu schnell.»

Mit den Fortschritten seiner Schüler ist Utzinger zufrieden. Er sei ein fordernder, geradliniger Trainer, sagt der Inhaber einer Tennisschule in Bangkok, wo er mit zwei Angestellten arbeitet und selber vor allem Nachwuchsleute betreut, die professionell Tennis spielen möchten. Der inzwischen 46-jährige Basler Ex-Profi, der es im ATP-Ranking bis auf die Positionen 288 (Einzel) und 155 (Doppel) gebracht hatte, arbeitet nach der Maxime, «versuchen, die Fehler zu verhindern, die ich machte». Er meint damit, er habe sich seinerzeit nicht hundertprozentig auf Tennis fokussiert und weiss aus Erfahrung: «Ohne totales Engagement geht es nicht.»

Dass Utzinger seine Brötchen seit dem Abgang bei Swiss Tennis in Thailand verdient, hat eine lange Vorgeschichte. Sie beginnt 1992 nach dem Jus-Studium. Eine einmonatige Motorradtour in Thailand vor dem ersten Praktikum war derart faszinierend, dass er danach alle Ferien in Asien verbrachte und «ich seither immer mit einem Wechsel dorthin liebäugelte». Doch Utzinger trieb vorerst seine juristische Karriere voran, arbeitete 1995 bis 1998 als Staatsanwalt, ehe er Opfer einer Justizaffäre wurde. «Ein Schock» sei das damals gewesen, heute betrachtet er es als gute Fügung. «Es ist gut, dass es passierte, ich habe viel Schönes erlebt», sagt Utzinger. Auf Tennisplätzen fühle er sich eh am wohlsten, und mit dem Nachwuchs zu arbeiten bereite ihm den grössten Spass. Der Berufung in Thailand nachgehen zu können, betrachtet er als Privileg. Und wer weiss, vielleicht geht auch der Familienwunsch des Baslers in festen thailändischen Händen noch in Erfüllung. Wenn das «Tam» dann mal eigenen Kindern gilt, ist das Glück perfekt.

2009-06-04 Zeitungsbericht aus der BAZ

Jasskarten statt Tennisbälle

Grosse Namen präsentierten die Macher des Crossklinik Pfingstcups um Kurt Schudel nicht nur auf, sondern auch abseits der Basler Tennisplätze. Rico Bunkenburg, Marco Chiudinelli und Stefan Kilchhofer liessen es sich nicht nehmen, ihr langes freies Wochenende für einen Besuch auf der BLTC-Anlage zu nutzen. Allerdings wohnten sie dort nicht nur als Zuschauer den teilweise hochstehenden Duellen bei, sondern zogen sich auch immer wieder ins Clubhaus zurück. Dort gesellte sich mit Dominik Utzinger ein weiterer (ehemaliger) Klassespieler zum Trio, um die «vergiftete» Jassrunde zu komplettieren. Dabei verkam sogar Roger Federers Auftritt in Roland Garros, der vom Bildschirm flimmerte, zur Nebensache. Verständlich, denn höchste Konzentration war gefragt. Schliesslich, so munkelt man, habe das Quartett ausgemacht, dass die Jass-Verlierer im 2010 wieder am Pfingstcupvorbeischauen – dann aber mit dem Racket wohlgemerkt …

Wesentlich strenger hat es zurzeit Deborah Büttel, Basels bekannteste Langstrecklerin, die am Susanne-Meier-Memorial die grosse Abwesende war. Für ihre Absenz hatte sie einen guten Grund, schliesslich steht die Jus-Studentin vor ihren ersten Uni-Prüfungen und findet kaum Zeit zum Trainieren und noch weniger Zeit für Wettkämpfe. Auf eine baldige Rückkehr auf die Tartanbahn freut sich mit ihr PEER PLEKS

2009-05-29-2 Zeitungsbericht aus der BAZ

Bezwinger von Agassi in Basel

Beat Caspar

Auch wenn das ganz grosse Tennis zurzeit in Roland Garros stattfindet, ist auf Basler Sandplätzen am langen Pfingstwochenende sehr viel los und hochkarätiger Sport zu erwarten.

Der Crossklinik Pfingstcup2009 setzt eine neue Bestmarke. Nie waren die Teilnehmerfelder des Anlasses auf den Anlagen des BLTC (Zentrum), TC Schänzli im St. Jakob und TC Helvetia (Bachgraben) grösser und dichter besetzt. Im Haupttableau der Männer mit 80 Teilnehmern musste unter den ersten 30 der Rangliste von Swiss Tennis sein, wer zu den 16 Gesetzten gehören wollte. 50 N-Spieler sind am Start.

Das ist ein Drittel der national klassierten Spieler mit einer Lizenz von Swiss Tennis (N1 bis N4). Das sind nicht nur Schweizer wie die talentierten Robin und Luca Roshardt, der einstige Wimbledon-Junioren-Champion Roman Valent oder die früheren Pfingstcup-Titelgewinner Mathieu Guenat, Frédéric Nussbaum und Yannick Thomet, das sind auch hier tätige Argentinier, Deutsche und Franzosen.

ATP-Rang 106. Der Spieler mit der bedeutendsten professionellen Vergangenheit ist Nicolas Thomann. Der mittlerweile 37-jährige Franzose aus Mulhouse kletterte in seinen zehn Jahren als Berufsspieler bis auf ATP-Rang 106 (August 2003). Reich wurde der vorwiegend auf Challenger-Stufe aktive Elsässer nicht. Zwischendurch feierte er aber auch auf der ATP-Tour Erfolge. Er überstand häufig die Qualifikation, so zum Beispiel an den Davidoff Swiss Indoors 2000, als er dann nach Siegen gegen Nicolas Escudé (ATP 42) und Nicolas Lapentti (17) erst in den Viertelfinals an Roger Federer (34) scheiterte. Der mit Abstand berühmteste Name auf seiner Liste geschlagener Gegner (u. a. Volandri, Stepanek, Benneteau, Kiefer, Karlovic, Gulbis) ist Andre Agassi. 2001 in Atlanta schlug Thomann den damaligen Weltranglisten-Dritten aus den USA in der ersten Runde in zwei Sätzen.

Am Pfingstcupist Thomann als Nummer 15 gesetzt und hat in der ersten Runde ein Freilos. Sein Startspiel gegen Yannic Wymann (Nr. 138) ist am Samstag um 14.30 Uhr auf dem BLTC angesetzt. In den Achtelfinals (Sonntag, 10 Uhr) ist ein Duell mit Mathieu Guenat (Nr. 4), Turniergewinner 2006, eine Möglichkeit. Leicht wird es der erfahrene Elsässer auf jeden Fall nicht haben, den Siegerscheck über 3000 Franken zu holen. Bei den Frauen warten 2200 Franken auf die Siegerin.

Das Gesamtpreisgeld konnte dank dem grossen Einsatz der Turnierpromotoren Hansruedi Baumann und Kurt Schudel trotz Wirtschaftskrise auf dem Vorjahresniveau von 20 000 Franken gehalten werden. Einen kleinen Abstrich gibts trotzdem, denn anders als in den letzten drei Jahren entfällt der attraktive Sieger-Bonus einer Wildcard für die kommenden Swiss Indoors. Das hat nicht im Entferntesten mit der Qualität des Pfingstcups zu tun.

Roger Brennwald hätte gern am Brauch festgehalten, doch nach dem Aufstieg seines Turniers in die Kategorie ATP World Tour 500 stehen ihm für das auf 16 Teilnehmer halbierte Qualifying nur noch zwei statt wie früher vier Wildcards zur Verfügung. «Damit sind wir sehr eingeschränkt», bedauert Brennwald, der seine Sonderprämie letztes Jahr an der Preisverleihung höchstpersönlich überreichte. Dem Turnier bleibe er trotzdem verbunden, sagt der Chef des aufwendigsten Schweizer Sportanlasses. So berappt er beispielsweise die Grafik des Plakats.

Crossklinik PfingstcupLetzte Siegerinnen N1/R2

2008 Marina Novak

2007 Muriel Wacker

2006 Tina Schmassmann

2005 Laura Bao

2004 Stefanie Vögele

Letzte Sieger N1/R2

2008 Yannick Thomet

2007 Fabian Rötschi

2006 Mathieu Guenat

2005 Frédéric Nussbaum

2004 Theodor Craciun