2021-07-23 Zeitungsbericht aus der Riehener Zeitung

Freitag, 23. Juli 2021 Nr. 29

CROSSKLINIK TENNIS OPEN Gute Ergebnisse auf der Tennisanlage des Tennisclubs Riehen

Wetterkapriolen und erfolgreiche Junioren

Trotz zeitweiligem Dauerregen,

der grosse Flexibilität

forderte, zeigten sich gerade

die Riehener Clubjunioren

von ihrer starken Seite.

 

Andrea Neyerlin

 

Über 220 Spielerinnen und Spieler haben

sich vom 15. bis 18. Juli am 17. Internationalen

Crossklinik Tennis

Open gemessen, das nach den Swiss

Indoors das zweitgrösste regionale

Tennisturnier ist und Jahr für Jahr bei

den Frauen sowie Männern mit stark

besetzten N1/R2-Tableaux sowie beachtlichen

R2/R6-Feldern auf sich

aufmerksam macht. Die Tennisanlage

des Tennisclubs Riehen war auch in

diesem Jahr einer der vier Austragungsorte

des Basler Traditionsturniers.

Mit am Start waren elf Spielerinnen

und Spieler des TC Riehen.

Die Turnierausgabe 2021 hielt für

die Organisatoren eine schwierige

Ausgangslage bereit: Die unsichere

Wetterlage und zahlreiche Abmeldungen

forderten viel Flexibilität. «Wir

sind sehr dankbar, dass wir bei den

starken Regenfällen in die Tennishallen

im Vitis in Allschwil, im TAB in

Aesch und im Impulsiv in Lörrach

ausweichen durften», erzählt Turnierdirektor

Steven Schudel. Und bringt

Kritik an: «Es ist traurig, dass im Kanton

Basel-Stadt keine Tennishalle zur

Verfügung steht und wir nur auf Anlagen

in den Nachbarkantonen ausweichen

können. Es wäre schön, wenn

auch in einer grossen Gemeinde wie

Riehen, wo der Tennisclub mit seinen

über 600 Mitgliedern der zweitgrösste

Sportverein ist, eine Infrastruktur für

Winter- und Schlechtwettertrainings

anbieten könnte.» So hoffen die Turnierdirektoren

für die nächstjährige

Turnierausgabe an Pfingsten wieder

auf mehr Wetterglück.

 

Positive Signale für Aufstiegsspiele

Sportlich dürfen die Riehener

Spielerinnen und Spieler eine positive

Bilanz ziehen: Neun der zehn Clubspieler

haben die erste Runde in ihrem

Tableau überstanden, ebenso Paula

Gerber als einzige Frau des TC Riehen.

Mit Miguel Zimmermann und Jamie

Buchwalder haben zwei Protagonisten

die Achtelfinals erreicht, Sebastian

Geigle gar die Viertelfinals. «Dass

Jamie als 16-Jähriger in einem Herrenturnier

mit regionalen Spitzenspielern

im R2/R6-Tableau bis in den Achtelfinal

vorgestossen ist, finde ich sehr

lobenswert. Er ist sehr lernwillig und

darauf bedacht, sich weiterzuentwickeln

», erzählt sein Tennislehrer Steven

Schudel. Erst gegen den als Nummer

3 gesetzten Martin Poplaswki war

für den Youngster, dem man die

Freude auf dem Platz angesehen hat,

Endstation.

Der neue Vorstand des TC Riehen

wolle in die Zukunft investieren, sagt

Steven Schudel, der nebst seinem

Amt als Tennislehrer seiner eigenen

Tennisschule auch im Vorstand des

TC Riehen ist. «Unsere Klubphilosophie

ist auf gutem Weg, wir wollen vorausdenkend

arbeiten und mit grosser

Juniorenarbeit an einer soliden Basis

arbeiten.» Der TC Riehen sei auf gutem

Weg, sich regional und im nationalen

Vergleich gut zu positionieren

und gute Resultate zu liefern. «Dies

stimmt mich positiv im Hinblick auf

die Aufstiegsspiele in die dritthöchste

Spielklasse der Interclub-Meisterschaft.

Wir würden uns sehr freuen,

wenn uns am 28. August 2021 zahlreiche

Zuschauer auf der Grendelmatte

unterstützen würden», sagt Steven

Schudel stolz.

 

Überraschungen und ein klarer Sieg

Das rund 20-köpfige Turnier-OK,

in dem mittlerweile ehemalige Junioren

und jetzt Aktive des TC Riehen als

Shuttlefahrer für die Turnierspieler

im Einsatz stehen, ist trotz der schwierigen

Ausgangslage in diesem Jahr zufrieden.

Senior-Turnierdirektor Kurt

Schudel, der das Turnier vor über

zwanzig Jahren aufgebaut und es zu

seinem heutigen Prestige gebracht

hat, ist enttäuscht über die vielen Abmeldungen.

«Zum einen waren sicher

die Wetterkapriolen schuld, zum anderen

fanden dieses Jahr dank der

Corona-Lockerungen auch wieder nationale

Turniere statt.»

Im Herrentableau R2/R6 gewann

Martin Poplawski in einem regionalen

Duell gegen Joshua Zeoli, im Frauentableau

R2/R6 setzte sich die Deutsche

Amelie Justine Hejtmanek

deutlich gegen die Zürcherin Anna

Frost durch.

In den beiden oberen Tableaux

überraschte bei den Männern Nikolaj

Talimaa (N3 65) in Abwesenheit der

regionalen Cracks Yannik Steinegger

und Mika Brunold mit seinem Vorstoss

in die Viertelfinals, wo er am Italiener

Federico Iannaconne scheiterte.

Für eine Überraschung sorgte

Manuel Mesmer (R1) vom TC Old

Boys, der mit Geremia Rossi (N4 83)

und Ignasi Villacampa-Rosés (N2 23)

gleich zwei N-Spieler aus dem Turnier

warf. Der stärkste angetretene Regionale

Jan Sebesta (N3 36) hatte in seinem

zweiten Spiel Forfait erklärt. Gewonnen

hat das obere Herrentableau

bei den Männern Henry von der Schulenburg

(N2 16), der im Finale Luca

Stäheli (N2 23) keine Chance liess.

Keine Überraschungen gab es bei

den Frauen, wo sich die topgesetzte

Lettin Diana Marcinkevica (WTA 283)

gegen die ungesetzte Tessinerin Katerina

Tsygourova (N3 39) deutlich

durchgesetzt hat.