2020-07-17 Zeitungsbericht aus der Riehener Zeitung

TENNIS Crossklinik Tennis-Open auch in Riehen zu Gast

Leonie Küng wird heute in Riehen erwartet

 

rs. Wenn alles gut geht, wird Leonie

Küng heute Freitag um 18.30 Uhr auf

dem Tennisplatz des TC Riehen auf

der Grendelmatte zu ihrem Drittrundenspiel

des Crossklinik Tennis-Open

antreten – ein Höhepunkt für den

Riehener Tennissport und eine Ehre

für den gastgebenden Tennis-Club

Riehen. Die N1/R2-Konkurrenz der

Frauen des Crossklinik-Open, das mit

je zwei Frauen- und Männertableaus

auf vier Anlagen in Basel, Aesch und

Riehen gespielt wird, ist gut besetzt.

Topgesetzt ist bei den Frauen die

Russin Varvara Gracheva – immerhin

die Nummer 101 der WTA-Weltrangliste.

Nummer 2 des Turniers ist die

Schweizerin Viktorija Golubic.

Leonie Küng gehört als Turnier-

Nummer-5 zum Kreis der Favoritinnen,

hat im Februar dieses Jahres in

Hua Hin (Thailand) erstmals den Final

eines WTA-Turniers erreicht und

auf dem Weg dahin die bestklassierte

Chinesin Qiang Wang (WTY 27) geschlagen.

Bei den Männern wird das

Tableau der Hauptkonkurrenz N1/R2

vom Inder Sumit Nagal (ATP 127) angeführt,

gefolgt vom Schweizer Daviscupspieler

Henri Laaksonen, dem

Argentinier Marco Trungelliti sowie

den Schweizern Sandro Ehrat und

Marc-Andrea Hüsler.

Die 19-jährige Schaffhauserin Leonie

Küng liess es sich – wie auch

Marc-Andrea Hüsler, Paul Jakub oder

die Baselbieter Lokalmatadorin Joanne

Züger – nicht nehmen, am

Sponsorenanlass vom vergangenen

Mittwoch in Riehen teilzunehmen,

wo sie unter anderem mit Steven

Schudel auf dem Platz stand und sich

vom erfahrenen Tennistrainer einige

Tipps geben liess. Steven Schudel

steht zusammen mit seinem Vater

Kurt Schudel an der Spitze des Turnier-OKs

und ist Klubtrainer des TC

Riehen.

Eigentlich hätte das Crossklinik-

Open über Pfingsten gespielt werden

sollen. «Wir sind froh, dass wir dieses

Turnier mit etwas Verspätung doch

noch durchführen können», sagt Steven

Schudel im Gespräch, «einerseits,

weil viel bezahlte Arbeit in der Turniervorbereitung

steckt, vor allem

aber, um den Spielerinnen und Spielern

eine Möglichkeit zu geben, Preisgelder

zu gewinnen und damit ihre

Karrieren zu finanzieren.» Dass dies

in der gegenwärtigen Situation möglich

sei, sei nicht selbstverständlich,

so Schudel, und er wolle insbesondere

den Sponsoren, die grosszügige Preisgelder

auch für die besten Schweizerinnen

und Schweizer des Turniers

ermöglichten, sowie den Klubverantwortlichen

des TC Riehen ganz besonders

danken.

In Riehen wurde schon gestern

Donnerstag gespielt und auch heute

Freitag herrscht reger Turnierbetrieb.

Gäste sind willkommen – die Verantwortlichen

bitten einfach darum,

dass die Abstandsregeln eingehalten

werden, und setzen ein BAG-konformes

Schutzkonzept um. Am Sams-

tag und Sonntag werden dann die

restlichen Partien in Basel gespielt,

auf den Tennisplätzen Schützenmatte

(Old Boys) und Margarethen

(BLTC Basel). Auf Letzterem finden

am Sonntag die vier Finalspiele statt

(Details zu Turnierverlauf und Tableaus

finden Sie im Internet unter

www.int.crossklinikcup.ch).

 

2020-07-16 Bericht Sport

Die kleinen Swiss Indoors

Die Internationalen Crossklinik Tennis Open locken ohne Startgage Topspieler nach Basel. Beinahe wäre gar ein grosser Coup geglückt.

 

Simon Leser

Am Dienstag folgte die nächste

Hiobsbotschaft für die Region

Basel, auch wenn es nur eine

längst erwartete Vollzugsmeldung

war. Die Swiss Indoors

2020 sind definitiv abgesagt. In

der gleichen Woche, in der die

Meldung publik wurde, avanciert

Basel dennoch zum Zentrum

der Schweizer Tennisszene.

Vom heutigen Donnerstag

bis Sonntag finden die

16. Internationalen Crossklinik

Tennis Open statt. Das Turnier

ist in der Region kein unbeschriebenes

Blatt, es zieht auch

in normalen Jahren vor allem

nationale Topspieler an. Und

doch ist gegenwärtig alles ein

bisschen grösser. Ein Jahr, das

für das internationale Tennis

einer Seuche gleicht, wird für

das Basler Turnier zum Glücksfall.

Weil Tennisspieler, ob Profis

oder Nachwuchstalente, dringend

auf Spielpraxis angewiesen

sind, wird die Turnierleitung um

Kurt Schudel mit Anmeldungen

regelrecht überschwemmt. «Wir

haben nicht damit gerechnet,

dass die Teilnehmerzahlen derart

explodieren», sagt Schudel,

der das Turnier in normalen Jahren

an Pfingsten durchführt.

 

Eine Prise Bollywood und

ein fast geglückter Coup

Bei den Männern stehen sieben

der besten zehn Schweizer Tennisspieler

im Einsatz. Einzig Damien

Wenger und die beiden

grossen Weltenbummler, Stan

Wawrinka und Roger Federer,

kommen nicht. Bei den Frauen

sind vier der besten zehn nationalen

Spielerinnen dabei, darunter

die Nummer 3 der Schweiz,

Viktorija Golubic. Komplettiert

wird das Teilnehmerfeld durch

internationale Spieler. Allesamt

keine Weltstars, aber durchaus

gestandene Profis. Die Herrenkategorie

wird etwa durch Sumit

Nagal angeführt, der Inder

nahm an den vergangenen US

Open gar Roger Federer den

Startsatz ab und ist nun für eine

kleine Prise Bollywood-Flair verantwortlich.

Indische Zeitungen

haben seinetwegen bei der Turnierleitung

bereits Medienanfragen

deponiert.

Die abgesagten internationalen

Turniere sowie der Drang

der Spieler nach Tennis kommen

den Verantwortlichen freilich

entgegen. Doch das kleine Turnier,

das auf den Anlagen des

BLTC und der Old Boys sowie in

Riehen und Aesch die Spiele

durchführt, kann sich auch auf

den eigenen Ruf verlassen. «Bei

uns stehen die Spieler immer im

Vordergrund», sagt Schudel.

Das Turnier punktet mit einem

familiären Umgang und einem

hohen Spielrhythmus in wenigen

Tagen. Wer bei den Herren das

Turnier gewinnen möchte, muss

in vier Tagen sieben Spiele gewinnen.

«Für die Spieler ist es

ein guter Konditionstest, bevor

es international wieder losgeht»,

sagt Schudel.

Beinahe hätte ein noch bekannterer

Spieler das Turnier

mit seiner Anwesenheit beglückt:

Alex de Minaur, die Nummer

26 der Welt. Zuerst sagte die

Turnierleitung dem Finalisten

der letztjährigen Swiss Indoors

ab, weil die Verantwortlichen

keine Startgage zahlen wollen.

Eine Privatperson hätte jedoch

die Spesen übernommen. Weil

es in Spanien, wo de Minaur trainiert,

in der Zwischenzeit aber

auch wieder Turnierserien gibt,

bleibt er dort. «Ein solches Interesse

macht aber sehr stolz»,

sagt Schudel. Wie der Australier

auf das Basler Turnier kam, hätte

Schudel ihn gerne vor Ort gefragt.

 

 

Finanzieller Zustupf für die

besten Einheimischen

Nebst der fehlenden Startgage

müssen die Akteure auch das

Nenngeld selbst bezahlen. Auch

die Rolle des Linienrichters

und der Ballkinder übernehmen

sie während der eigenen Spiele

selbst. Dafür lockt das Turnier

mit einer Siegesprämie von

5600 Franken bei den Herren

und 4200 Franken bei den Frauen.

Zudem hat die Turnierleitung

einen Fonds für nationale

Spieler eingerichtet, in dem sich

dank Sponsoren- und Verbandsbeträgen

23 300 Franken angesammelt

haben. Die je zehn besten

Schweizer und Schweizerinnen

haben darauf nun einen

Anspruch. Je nach sportlichem

Erfolg am Turnier erhalten sie

aus dem Fonds einen grösseren

Betrag.

Ein Spieler, der dafür in Frage

kommt, ist Jérôme Kym. Der

junge Möhliner gilt als eine der

grössten nationalen Tennishoffnungen.

Für Kym ist das Turnier

in Basel bereits das vierte nach

den Lockerungen von Mitte Mai.

Zuvor hielt er sich mit Fitnessübungen,

Joggingrunden und

Tenniseinheiten auf der Strasse

bei Laune. «Es wurde Zeit, wieder

einen Schläger und Bälle auf

dem Platz zu berühren», sagt er.

Sein Niveau sei noch nicht dort,

wo er es haben möchte. Das Turnier

in Basel bietet ihm eine

Möglichkeit, dies zu ändern.

«Für die Region ist es toll, einen

solchen Tennisanlass zu haben

», sagt er.

Für das Teilnehmerfeld gibt

es die Anerkennung von Roger

Brennwald, dem Turnierdirektor

der Swiss Indoors. «Er sagte

mir, wir seien nun das grösste

Tennisturnier in Basel in diesem

Jahr», erzählt Schudel. Es erfüllt

ihn mit Stolz.

 

«Für die

Spieler ist

unser Turnier

ein guter Konditionstest.

»

Kurt Schudel

Turnierdirektor

 

Der Möhliner Jérôme Kym ist eine der grossen nationalen Tennishoffnungen – und Teilnehmer am Crossklinik Open. Bild: Fresh (Bern, 9.7.2020

2020-07-15 Zeitungsbericht aus der BAZ

Bloss nicht wie Djokovic

2000 Masken für ein Basler Tennisfest

Ab Donnerstag findet das Crossklinik Tennis Open trotz Corona statt – mit Schutzkonzept und einem so starken Feld wie nie zuvor. Turnierdirektor Kurt Schudel sendet einen Appell an Zuschauer und Spieler: Sie sollen Respekt gegenüber dem Virus haben.

Bei Schudels herrscht Hochbetrieb. «Wir sind am Wirbeln», sagt Kurt Schudel, der gemeinsam mit seinem Sohn Steven das Crossklinik Tennis Open organisiert. Bereits im Mai hatten die beiden entschieden: Das Basler Tennisturnier findet statt – trotz Corona. Doch das Virus brachte nicht nur grosse Unsicherheiten mit sich, sondern auch ganz schön viel Arbeit. Ein Schutzkonzept musste erstellt und nun umgesetzt werden. «Gar nicht so einfach», sagt Kurt Schudel.

Plexiglasschutz wurde organisiert und nach Lösungen gesucht, wie man im Publikum 1,5 Meter Abstand halten kann. Bis zu 300 Zuschauer dürfen die Spiele verfolgen, die Namen werden in Listen eingetragen. Und für den Notfall hat Schudel nun kurzfristig noch 2000 Masken bestellt, die an die Tennisfans abgegeben werden könnten. «Wir geben alles, damit das Turnier möglichst sicher ist.»

Was ein Tennisturnier auslösen kann, bei dem die Sicherheitsmassnahmen nicht stimmen, bewiess Novak Djokovic mit seiner Adria-Tour. «Das hat mir Angst gemacht», sagt Schudel. Was er vom Serben und seinem Event hält, wird rasch deutlich: wenig. Mit seinen 76 Jahren selbst zur Risikogruppe gehörend, versucht Schudel alles, damit sein Turnier nicht zu einer Virenschleuder verkommt. Die Spieler etwa müssen bestätigen, dass sie seit mindestens zwei Wochen nicht mehr in einem Risikoland waren. Zwei Athleten konnten das nicht und mussten ihre Anmeldung zurückziehen. Beim Turnier selbst gelten jene Regeln, die sich nun schon seit einigen Wochen in den Tenniscentern des Landes etabliert haben. So sollen die Spieler etwa nach Möglichkeit im Hotel duschen. Schudel erklärt, dass man zu dritt im selben Boot sitze: die Spieler, die Zuschauer und die Organisatoren. Und er appelliert an die Vernunft: «Wir alle müssen Respekt haben vor dem Virus und uns gegenseitig schützen.»

23’000 Franken für die Schweizer Tennisspieler

Belohnt für seine Anstrengungen wurde Schudel mit einer Vielzahl an Anmeldungen. 350 Spielerinnen und Spieler werden von Donnerstag bis Sonntag auf den Plätzen des BLTC im Margarethenpark, der Old Boys, in Aesch und in Riehen um Punkte kämpfen. Darunter diverse starke Schweizer Spieler (siehe Kasten), aber auch interessante Profis aus dem Ausland. Im Frauen-Tableau etwa schlägt Clara Tauson auf, eine erst 17-jährige Dänin, die 2019 das Juniorinnen-Turnier des Australian Open gewonnen hat und in der Weltrangliste bereits auf Position 212 klassiert ist.

Was Schudel von den Spielern erfährt, ist vor allem Dankbarkeit. Eine Zeit ohne Turniere bedeutet für sie eine Zeit ohne Preisgelder – und damit finanzielle Schwierigkeiten. Dass das Crossklinik Tennis Open trotz schwieriger Umstände stattfindet, ermöglicht ihnen eine dringend benötigte Plattform. Schudel war sich der Problematik bewusst und suchte nach weiteren Möglichkeiten, die Schweizer Tennisspieler zu unterstützen. Er rief einen Fonds ins Leben, sprach bei Gönnern und Sponsoren vor und sammelte 23’000 Franken. Diese werden nun unter den besten zehn Schweizerinnen und den besten zehn Schweizern des Crossklinik Tennis Open verteilt. So soll das Turnier nicht nur zu einem Event mit sportlichen Höchstleistungen werden, sondern auch zu einem Fest fürs Tennis. In einem Jahr ohne Swiss Indoors ein Geschenk für die Basler Tennisfans.

 

 

 

 

2020-07-16 Bericht Prime News

Tennis­cracks zieht es für vier Tage an Basler Turnier

 

An der «Cross­klinik Tennis Open» duel­lieren sich 350 Athleten. In Corona-Zeiten eine organisatorische Herausforderung.

 

Bei den Männern wird in zwei 128-Tableaus gespielt. Das heisst sieben Matches inklusive Final, wie bei einem Grand-Slam-Turnier. Bild: Crossklinik Tennis Open

 

 

von Melina Schneider

 

Es kommt wieder Leben in die Basler Sportwelt. Nebst den FCB-Matches, die seit einigen Wochen wieder ausgetragen werden, startet heute der bislang grösste Sportanlass in Basel seit der Corona-Pause: Die Internationalen Crossklinik Tennis Open.

 

Rund 350 Tennisspielerinnen und -spieler duellieren sich von Donnerstag bis Sonntag in Aesch, Riehen auf der Schützenmatte und im Margarethenpark um 30`000 Franken Preisgeld.

 

Darunter Top-Athleten wie Sandro Ehrat sowie die Nachwuchshoffnungen Leandro Riedi (Nummer 11 der Junioren-Weltrangliste) und der 17-jährige Jérome Kym. Bei den Frauen werden unter anderem die Schweizerinnen Viktorija Golubic oder Leonie Küng mit von der Partie sein. 

 

«Das Tableau ist so gut besetzt wie noch nie und wir haben mehr Anmeldungen denn je», sagt Kurt Schudel, als er Prime News in der Crossklinik zum Gespräch empfängt. Er organisiert das Turnier zusammen mit seinem Sohn Steven.

 

Kurz­fristige Absagen

Die organisatorische Herausforderung sei dementsprechend umso grösser: «Spielpläne erstellen, Adresslisten führen, Schutzkonzepte umsetzen», die To-do-Liste, die bis zu Turnierstart abgehakt werden muss, ist lang. «Eine stressige Zeit», erklärt Schudel.

 

Zudem seien von diversen Spielern kurzfristige Absagen eingegangen, weil sie sich nach der längeren Corona-Pause bei den ersten Turnieren verletzten. «Es gibt Schweizer, welche die Situation vielleicht unterschätzten und zu schnell wieder eingestiegen sind.»

 

Dennoch wirkt der 76-Jährige am Dienstagmorgen, zwei Tage vor Turnierbeginn, locker. Er ist froh, kann es überhaupt stattfinden. Die Schutzmassnahem des BAG und des Schweizer Tennisverbands hätten sich nämlich immer wieder geändert.

 

Normalerweise führen die Schudels das Turnier an Pfingsten durch. «Hätte ich zu diesem Zeitpunkt entscheiden müssen, wäre es wohl ins Wasser gefallen.» Vater und Sohn wollten jedoch abwarten.

 

Der 76-jährige Kurt Schudel organisiert das Turnier seit 16 Jahren. Sein Ziel sei es immer gewesen, Junioren gegen Erfahrene spielen zu lassen. Bild: Melina Schneider

 

 

Nun kann das Turnier zwar durchgeführt werden, Vorsicht ist aber dennoch geboten. «Ich merkte, dass ich die Lage ein wenig unterschätzt hatte. Viele Leute zeigen nämlich zu wenig Respekt vor dem Virus.»

 

Aufgrund dieser Fahrlässigkeit sei es seiner Meinung nach auch zum «Adria-Tour-Debakel» gekommen. Beim von Novak Djokovic initiierten Turnier, haben sich im Juni mehrere Profis mit dem Virus infiziert, inklusive Djokovic selbst. Ein solches Szenario gelte es zu verhindern: «Das darf nicht passieren», sagt Schudel entschieden.

 

Deshalb habe er von allen Spielern die Kontaktdaten gesammelt. Auf den Anlagen gilt es zudem Abstand zu bewahren, vor und nach den Spielen sollen die Hände gewaschen werden und Handshakes sind untersagt.

 

Damit sich auch das Publikum verteilt, werden die Matches mit den besser klassierten Spielern nicht nebeneinander stattfinden. Zugelassen seien pro Standort maximal 300 Zuschauer.

 

 

Spielplan wie bei Grand-Slam-Turnier

Der jetzige Zeitpunkt sei für die Tennis Open, bei der auch ausländische Akteure mitmischen, optimal, wie Schudel erklärt. «Die Spieler wollen an Turnieren teilnehmen, um wieder Spielpraxis und Preisgelder gewinnen zu können.» Von verschiedenen Seiten kam ihm zu Ohren, dass der Unterbruch den Spielern finanziell zusetze.

 

Allen voran der Schaffhauser Sandro Ehrat meldete sich im April und gab bekannt, dass ihm das Geld nur noch für kurze Zeit reiche. Da kam dem 76-Jährigen kurzerhand die Idee, einen Fonds ins Leben zu rufen.

 

Der Hilfstopf sei trotz Corona wider Erwarten schnell gefüllt worden. «Plötzlich meldete sich ein Sponsor nach dem anderen, das war überraschend», erklärt Schudel, der seinerseits 17 Jahre lang für die Swiss Indoors arbeitete.

 

Rund 23`000 Franken sind es nun, die nebst dem Preisgeld von 30`000 Franken, am Ende des Turniers auf die besten zehn Schweizerinnen und Schweizer aufgeteilt werden.

 

Verschenken würden sie die finanziellen Mittel aber keineswegs. «Bei diesem Turnier muss für das Geld gearbeitet werden.» Immerhin sei der Spielplan mit sieben Matches inklusive Finalrunde gleich, wie bei einem Grand-Slam-Turnier angelegt. «Nur dass es bei uns vier Tage und nicht zwei Wochen dauert», sagt Schudel lachend.

 

 

Beim Turnier von Kurt und Steven Schudel entscheiden die Spieler selber über die Partie. Manchmal muss aber doch ein Schieds­richter hinzu­geholt werden. Bild: Crossklinik Tennis Open

 

 

Dass alles so reibungslos vonstatten geht, hätte er nicht erwartet. Die vier Vereine, TC Old Boys, TAB Aesch, TC Riehen und der Basler Lawn Tennis Club, auf deren Anlagen die Spiele ausgetragen werden, würden Schudel viel Arbeit abnehmen.

 

Auch das Hotel Gaia sei wieder mit von der Partie und beherberge die Athleten – die bestrangierten gar gratis. «Das ist angesichts der hohen Einbussen, die sie aufgrund der Corona-Krise zu verzeichnen haben, nicht selbstverständlich.»

 

Schudel, der für die Crossklinik im Marketing tätig ist, wirkt passioniert, wenn er über sein Turnier spricht. Mittlerweile hat sein Sohn Steven, der seinerseits eine eigene Tennisschule führt, das Zepter übernommen. Trotzdem ist Kurt Schudel immer noch voll bei der Organisation mit dabei und das schon seit 16 Jahren.

 

«Anfangs wollte niemand daran glauben, dass ein Turnier, bei dem Junioren auf erfahrene Profispieler treffen, funktioniert.» Der 76-Jährige habe aber immer an den Erfolg geglaubt. Er sollte Recht behalten.

 

Mittlerweile sind über 50 Prozent der Teilnehmenden Junioren. Doch nicht nur die grosse Altersdurchmischung mache dieses Turnier so speziell, sondern auch der Umstand, dass die Spiele nicht von Schiedsrichtern geleitet werden.

 

«Bei mir zählt der Fairnessgedanke. Jeder entscheidet auf seiner Seite.» Und komme es vermehrt zu Diskussionen, könne immer noch einer der Schiedsrichter, die auf den Anlagen anwesend sind, hinzugezogen werden.

 

 

https://primenews.ch/articles/2020/07/tenniscracks-zieht-es-fuer-vier-tage-basler-turnier

 

 

2020-07-03 Zeitungsbericht aus der Riehener Zeitung

TENNIS 16. Internationales Crossklinik Tennis Open mit Event und Spielen in Riehen

Ein Tennis-Event für die Schweizer Elite

rs. Wegen Corona hatte die «normale» Austragung des 16. Internationalen

Crossklinik Tennis Open, zu dessen Spielorten seit Jahren auch der Platz

des TC Riehen auf der Grendelmatte zählt, für das Pfingstwochenende ab

gesagt werden müssen. Nach Wochen des erzwungenen Unterbruchs findet

das Tennisturnier nun aber vom 16. bis 19. Juli in noch nie dagewesenem Rahmen

statt. Das Männertableau mit den höchstklassierten nationalen Spielern wird –

wie ein Grand-Slam-Turnier – sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen mit

einem 128er-Tableau gespielt, also mit sieben Runden bis und mit Final.

Hinzu kommen auf Stufe der Regional Klassierten ein 128er-Tableau bei den Männern

und ein 64er Tableau bei den Frauen. Gemeldet sind bei den N-Tableaus so prominente

Leute wie die Schweizer Davis-Cup-Spieler Henri Laaksonen (ATP 137),

Marc-Andrea Hüsler (ATP 298), Sandro Ehrat (ATP 392) und das erst 17-jährige Jungtalent

Jérôme Kym sowie die Schweizer Top-Junioren Dominic Stricker, Leandro Riedi und

Jeffrey von der Schulenburg. Beiden Frauen eingeschrieben haben sich unter anderem

Viktorija Golubic (WTA 123), Ylena In-Albon (WTA 235), Simona Waltert (WTA 284) und

Leonie Küng (WTA 155) – Letztere hatte mit ihrer Finalqualifikation amWTA-Turnier im

thailändischen Hua Hin im Februar 2020 für grosses Aufsehen gesorgt.

Aufgalopp in Riehen

Hauptspielort ist die Tennisanlage des BLTC Basel im Margarethenpark, gespielt wird aber

Auch auf den Plätzen des TC Old Boys bei der Schützenmatte, im TAB Aesch und auf den

Plätzen des TC Riehen auf der Grendelmatte. In Riehen, wo Co-Turnierleiter Steven Schudel

seine Tennisschule betreibt, findet am Mittwoch, 15. Juli, also einen Tag vor dem eigentlichen

Turnierbe ginn, zum Auftakt ein Sponsorevent mit prominenten Schweizer Tennis persönlichkeiten

statt. Riehen ist ein Hauptaustragungsort des R2/R6  Turniers und wird auch einige attraktive Spiele

der N1/R1-Konkurrenz beherbergen. Im Rahmen der Turnierreihe durfte das Publikum vor zwei

Jahren übrigens einen ehemaligen Welt klassespieler begrüssen, erzählt Kurt Schudel mit einem

Schmunzeln. Ein gewisser Ronald Agénor bestritt, in fortgeschrittenem Tennisalter, ein

Turnierspiel auf der Grendelmatte. Kurt Schudel rieb sich die Augen und telefonierte

Swiss-Indoors-Turnierdirektor Roger Brennwald, der nach Riehen eilte und den damaligen

Haitianer und heutigen US-Amerikaner persönlich begrüsste, der 1987 in Basel gegen

Yannik Noah den ersten ATP-Final der Geschichte zwischen zwei dunkelhäutigen Spielern

absolviert hat.

Zustupf für Schweizer Topspieler Das Basler Turnier findet im Rahmen der aktuellen

Richtlinien des Bundes und gemäss Schutzkonzept des Schweizer Tennisverbandes Swiss Tennis

statt und die Organisatoren bitten alle Beteiligten und Schaulustigen, die Hygiene- und

Abstandsregeln einzuhalten. «Wir freuen uns sehr, in Zusammenarbeit mit allen Sponsoren und

Partnern den Spielerinnen und Spielern nach langer Ernstkampfpause wieder Wettkampfpraxis

bieten zu können – dies bei einem qualitativ hochstehenden Teilnehmerfeld, zu dem die

Schweizer Elite sowie nach der Grenzöffnung auch internationale WTA-Spielerinnen und ATP

Spieler gehören», sagt Co-Turnierleiter Kurt Schudel, und: «Die Turnier-leitung setzt sich aufgrund

der aktuellen Herausforderungen für die Schweizer Tennisspielerinnen und Tennisspieler besonders

ein. Dank dem grossartigen Support von Sponsoren, Partnern und Gönnern konnte nebst dem

regulären Preisgeld ein Fonds von 23’000 Franken geschaffen werden, der den zehn erfolgreichsten

Schweizer Spielerinnen beziehungsweise Spielern des Turniers zugutekommen wird – als

Anerkennung für deren Leistungen und die aktuellen finanziellen Herausforderungen aufgrund der

Corona-Krise.»

 

Prominenter Besuch auf der Grendelmatte im

Jahr 2018: Ex-Swiss-Indoors Finalist Ronald Agénor, umringt von Roger Brennwald (links) und Kurt

Schudel.

Foto: zVg